Rheinpfalz
Lifestyle-Center „K 1 Karree“ in Mannheim eröffnet
Die Breite Straße in Mannheim hat wieder einen Ankerpunkt. Am Freitag ist dort das neue „K 1 Karree“ eröffnet worden. Das quirlige Center, das ein breites Angebot bereit hält, ist auch ein Beweis dafür, dass die Quadratestadt offen für Neues ist.
Wo sich im Mannheimer Quadrat K 1 an der Breiten Straße viele Jahre lang das Kaufhaus „Karstadt“ befand und wo danach der Möbelhändler „Mömax“ sein Glück versuchte, sorgt künftig das Lifestyle-Center „K 1 Karree“ für Leben. Nach einem Totalumbau des Gebäudes hat das Haus am Freitag offizielle Eröffnung gefeiert. Auf 12.000 Quadratmetern Fläche präsentiert sich dort nun ein bunter Mix aus Geschäften und Gastronomie, außerdem gibt es ein Fitnessstudio, Büroflächen und das „Cinema Quadrat“, das vom Collini-Center dort hin umzieht.
Mit der Eröffnung findet das ehrgeizige, 2017 gestartete Bauprojekt ein erfolgreiches Ende. Das ehemalige „Karstadt“- und „Mömax“-Gebäude war dabei zunächst bis auf das Stahlbeton-Skelett entkernt worden. Die ehemals geschlossene Fassade wurde durch eine neue, lichtdurchlässige Glasfassade ersetzt. Das gesamte Innere der Etagen erhielt eine neue Raumaufteilung. Im obersten Stockwerk wurde die Decke des Flachdachs geöffnet, in der Mitte der Etage entstand ein großer Innenhof. Auch die komplette Haustechnik wurde erneuert, einschließlich der Aufzüge und Rolltreppen. Genannt wurde dafür eine Investitionssumme von mehr als 40 Millionen Euro.
Büros für türkische Unternehmen
Weiter genutzt wird die noch aus „Karstadt“-Zeiten stammende Tiefgarage mit 85 Stellplätzen. Im städtischen Nachbarparkhaus stehen weitere 165 Plätze zur Verfügung. Im Erdgeschoss zur Breiten Straße haben sich als Ankermieter „Aldi“ und „Rossmann“ eingefunden. Zum Quadrat J 1 hin öffnet sich die Außenterrasse des Restaurants „HuQQabaz“ der türkischen Foodkette „Q Food & Beverage“, das sich auf 1400 Quadratmetern über zwei Stockwerke bis ins Obergeschoss erstreckt. Hier zieht auch der Fitnessclub „John Reed“ ein, der neben Sport auch Lifestyle-Veranstaltungen wie Live-DJs ankündigt. Der breite Branchen-Mix im Haus bietet dem Blutspende-Zentrum „Plasmavita“ ebenso Platz wie Büroflächen. Als „Co-Working-Space“ mit gemeinschaftlichen Serviceleistungen bietet das Münchner Unternehmen „Workrepublic“ hier rund 100 Arbeitsplätze an.
Dazu haben die Investoren mit guten Beziehungen in die Türkei drei hierzulande noch unbekannte, aber bereits international agierende türkische Unternehmen nach Mannheim gebracht. Mit nach eigenen Angaben 2000 Mitarbeitern in zehn Ländern zählt sich das Schmuck-Unternehmen „Atasay Juweliere“ zu den Großen der Branche. Die bereits in 13 Ländern aktive Foodkette „Q Food & Beverage“ mit internationaler Küche gibt es bisher nirgendwo sonst in Deutschland. Dies gilt auch für die türkische Coffeeshop-Kette „Espressolab“, die eigene Kaffeeröstung vor Ort verspricht. „In einigen der Läden wird noch gearbeitet, im Oktober werden die letzten Mieter einziehen“, kündigte Ömer Nohut, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft K 1 Karree, bei der Eröffnung an. Dann wird auch das kommunale Kino „Cinema Quadrat“ vom Collini-Center ins Obergeschoss neben den Innenhof umziehen.
Investor in Mannheim geboren und aufgewachsen
Es sei den Projektentwicklern klar gewesen, dass K 1 keine einfache „Mikrolage“ sei. Man habe sich mit dem Konzept viel Mühe gemacht, trotzdem sei es nicht einfach gewesen, die Banken zu überzeugen, sagte Nohut im Rückblick. Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) dankte den Investoren im Namen der Stadt für den Mut, das Projekt anzugehen. Die Breite Straße habe nach wie vor Potenziale, Vergleiche mit den 1970er-Jahren seien dabei nicht zulässig, meinte er. Positiv sei vor allem, dass es sich um ein Mannheimer Projekt von Leuten handele, die die Stadt kennen und auch im Umfeld etwas bewegen wollten, betonte Kurz.
Was er damit meinte, wurde beim Auftritt des Ideengebers und Leit-Investors Akin Erdem klar. Er werde oft gefragt, warum er hier in K 1 investiere, erzählte Erdem. Er sei als kleiner Junge immer mit der Mutter aus der Neckarstadt zum Einkaufen in den „Karstadt“ gelaufen. Die Mutter habe das Geschäft geliebt. „Ich bin ein Monnemer, hier geboren, hier aufgewachsen“, betonte Erdem seine Verbundenheit mit dem Standort K 1 und der Stadt. Zusammen mit Murat Ayhan, einem weiteren türkischstämmigen jungen Mann aus Offenbach, hat Erdem eine Projektentwicklungsgesellschaft gegründet, die als Investor hinter „K 1 Karree“ steht. Er glaube, ein gutes Konzept entwickelt zu haben, zeigte er sich optimistisch. Wie jetzt bekannt wurde, soll es direkt gegenüber mit einem neuen „Premier Inn“-Hotel im „Woolworth“-Haus und einem Neubau an der Ecke in J 1 weitere Investitionen geben.