Rheinpfalz Landwirtschaft beklagt hohe Gewinneinbrüche

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Die Milchviehbetriebe im Kreis Kaiserslautern kämpfen nach der Trockenheit mit Futterknappheit. Günter Albrecht, Vorsitzender des Bauern- und Winzerverbands, geht von stark steigenden Kosten aus.

„Das war erst der Anfang. Der Einbruch kommt erst noch“, sieht Albrecht die Situation dramatisch. Vorliegende Betriebsergebnisse basieren auf der Ernte 2014. Damals war die Ernte mehr als verregnet, große Mengen konnten nur als Futtergetreide abgesetzt werden. „Da sind Tausende von Euros auf dem Feld liegengeblieben“, umschreibt er den Unterschied von Brotweizen zu Futtergetreide. Die rheinland-pfälzische Landwirtschaft verzeichnet 2014/2015 im Schnitt ein Unternehmensergebnis (ohne Weinbau) von rund 39.700 Euro, liegt um 48,6 Prozent unter dem des Vorjahres. Das spiegelt die Situation auch für den Kreis Kaiserslautern wieder. In diesem Jahr wurde die Ernte zwar in guter Qualität eingefahren, aber wegen Trockenheit war die Ausbeute vergleichsweise klein. Geringe Mengen bei noch immer gedrückten Preisen bedeutet: Auch das folgende Unternehmensergebnis fällt wohl nicht rosig aus. „Die Westpfalz wird vom Ackerbau und der Viehzucht geprägt. Wir können uns nicht, wie etwa in der Vorderpfalz, mit Sonderkulturen und Beregnungsanlagen weiterhelfen“, spricht Albrecht die angespannte Situation im Futterbau, bei den Veredlungs- und den Milchviehbetrieben an. Die krisengeschüttelten Milchviehbetriebe müssen noch mit der Futterknappheit klar kommen. „Bei vielen Betrieben reicht das Futter diesmal nicht bis zur Ernte im Frühjahr 2016“, sagt Albrecht. Es gebe kein Futter, weder in der Scheune noch auf dem Markt. Das wenige werde nur zu überteuerten Preisen zu haben sein. Für die Bauern hat sich das in den Kammerergebnissen niedergeschlagen. Sie weisen wegen extrem gesunkener Preise starke Gewinneinbrüche bei Ackerbaubetrieben auf knapp 40.000 Euro (minus 49 Prozent), bei Hackfruchtbetrieben (Kartoffeln, Zuckerrüben) sogar minus 72 Prozent aus. Starke Einbrüche mussten Futterbaubetriebe (Milchvieh) hinnehmen (minus 52 Prozent) auf knapp 40.000 Euro pro Betrieb. Ebenso starke Einbrüche gab es bei Veredlungsbetrieben (minus 49) auf 40.000 Euro. Der Situationsbericht des Verbands weist für die Milchvieh- und Futterbaubetriebe ein Minus von 53,2 Prozent aus. „Etliche Schweine- und Rindviehhalter lassen ihre Betriebe auslaufen oder hören gleich auf“, berichtet Albrecht. Und es kommt noch dicker: Gerade ist das Verbot der Anbindehaltung im Kuhstall auf dem Weg. Dann fällt für Bauern mit 30 bis 40 Kühen endgültig das Hoftor zu. Ein Umrüsten auf einen Laufstall ist nicht zu schultern, so Albrecht. „Da macht die Politik genau die kleinen Bauern platt, für die sie eigentlich plädiert.“ Mit 40.000 Euro Gewinn könne auf Dauer kein Betrieb überleben. (thea)

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