Rheinpfalz Löwe seit gestern im FCK-Training

Bei minus drei Grad im Fritz-Walter-Stadion hat der dritte Neuzugang des 1. FC Kaiserslautern gestern Vormittag die Trainingsarbeit beim Fußball-Zweitligisten aufgenommen: der von Meister und Pokalsieger Borussia Dortmund in die Pfalz gewechselte Linksverteidiger Chris Löwe.

KAISERSLAUTERN. Der 23-Jährige drehte zur Einstimmung mit einigen seiner neuen Teamkameraden seine Runden in der WM-Arena. Mit prächtigen Stadien kennt sich der in Plauen im Vogtland geborene Sachse aus: Vor 80.720 Zuschauern feierte der knapp 1,75 Meter große junge Mann am 5. August 2011 im Heimspiel der Dortmunder in ihrer WM-Arena gegen den Hamburger SV sein Bundesliga-Debüt. Als Vertreter des damals verletzten Nationalspielers Marcel Schmelzer folgten weitere Einsätze auf der linken Abwehrseite des Meisters.

Sein siebtes und bisher letztes Bundesligaspiel bestritt Löwe am 28. April 2012 ausgerechnet an seiner künftigen Wirkungsstätte. Beim 5:2 des BVB gegen den pfälzischen Bundesliga-Absteiger durfte er 90 Minuten lang im Dress des Meisters ”Betze”-Luft schnuppern - vor 49.780 Zuschauern. Die Eingewöhnung werde ihm daher nicht sonderlich schwerfallen, glaubt Löwe. ”Der FCK ist wie Dortmund ein Verein mit tollen Fans und auch langfristig guter sportlicher Perspektive”, sagt Löwe.

Schon vor gut einer Woche hat er sich trotz seines noch bis 2015 laufenden Vertrages beim BVB für den Wechsel entschieden. ”Es liegt auf der Hand - in Dortmund hatte ich in dieser Saison noch keinen Einsatz in der ersten Mannschaft, und das hätte sich angesichts der starken Konkurrenz auf absehbare Zeit auch nicht geändert”, sagt der ehemalige Chemnitzer ”Himmelblaue”, der gegenüber Schmelzer das Nachsehen hatte.

Bei seinem neuen Verein hofft der 23-Jährige, sich gegen die zuletzt nicht überzeugenden Alexander Bugera (34) und Leon Jessen (26) links in der Viererkette durchzusetzen. Möglich, dass der FCK bei seinem ersten Zweitligaspiel 2013 am 4. Februar (20.15 Uhr) beim TSV 1860 München mit einer komplett neuen linken Seite aufläuft: der von Rapid Wien gekommene Christopher Drazan vor Löwe.

FCK-Trainer Franco Foda mahnt aber auch zur Geduld mit Löwe, der Anfang Dezember nach einem Leistenbruch operiert worden ist. Ganz gezielt war der leichtgewichtige Linksverteidiger vergangene Woche noch mit dem BVB im Trainingslager im spanischen La Manga, obwohl der Wechsel sich schon anbahnte. ”Ich habe dort mit den Physiotherapeuten und Reha-Trainern gearbeitet, die mit der Problematik schon vertraut waren, um fit hierherzukommen”, verrät der Sachse, der in Spanien auch schon das Mannschaftstraining aufgenommen hat. ”Klar, ich hab‘ konditionell noch Rückstand, den will ich durch die Trainingseinheiten und die Testspiele wegkriegen, um zum Start topfit zu sein”, sagt Löwe, ”damit ich die gewünschte Verstärkung sein kann.”

Da kommt es ihm gerade recht, dass er nach La Manga ab Donnerstag schon sein zweites Trainingslager in diesem Winter absolviert und mit dem FCK in die Türkei fliegt. ”Das ist für mich optimal”, meint er, ”nicht wegen der Temperaturen, sondern wegen des intensiven Trainings.” Löwe, dessen Ehefrau noch in Dortmund arbeitet und daher erst in einigen Wochen zu ihrem Mann in die Pfalz zieht, sieht sich als Außenverteidiger mit viel Vorwärtsdrang: ”Das bekommt man bei der offensiven Ausrichtung der Dortmunder Mannschaft automatisch mit auf den Weg.”

Kein Roter Teufel mehr ist seit gestern Anthar Yahia. Wie angekündigt, hat der 30 Jahre alte Verteidiger seinen Vertrag aufgelöst. Der Franko-Algerier, der beim FCK zuletzt nicht mehr zum Einsatz kam, spielt künftig für den tunesischen Meister Espérance de Tunis.

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