Kultur Südpfalz Klangsinn und tiefer Ausdruck

Das Benefizkonzert der Bürgerstiftung Pfalz und der Ernst-Lothar-von-Knorr-Stiftung Heidelberg (Förderung zur Ausbildung von jungen Menschen) hatte mit der Pianistin Katharina Treutler einen ausgezeichneten Griff getan. Ihr Klavierkonzert am Sonntag in der Klosterkirche Klingenmünster wurde zu einem großen Erfolg und einem beglückenden Musikerlebnis.
Obwohl diese junge, in Erfurt geborene Künstlerin, schon mit Auftritten in vielen Ländern Europas und Asiens konzertiert hat, auch mit berühmten Orchestern, setzt sie vielfältige Studien und Meisterkurse immer noch weiter fort, so zur Zeit in Paris und Freiburg. Viele internationale Preise hat sie schon errungen. Und das zu Recht.
So, wie man sie jetzt im Konzert erleben konnte, bestätigte sie sich selbst als Meisterin ihres Instrumentes. Es ist nicht nur die hohe technische Perfektion dieser Ausnahme-Pianistin, sondern vor allem auch ihr ausgeprägter Klangsinn für dynamische Farben, ihre Tiefengestaltung und ausdrucksstarke Vielfalt in Gliederungen und harmonisch entwickelten Übergängen, die ihre pianistische Kunst auszeichnet. Das ausgewählte Programm bot ihr aber auch für alle Nuancen volle Gelegenheit.
Katharina Treutler eröffnete das Konzert mit der Sonate B-Dur, DV 960 von Franz Schubert. Sie die Letzte der drei späten Sonaten aus seinem Todesjahr 1828. Hierin verdichtet und vertieft Schubert den lyrischen Ausdruck. Der weiten epischen Form des Molto moderato entlockte die Pianistin ruhig strömende Klangschönheit, kontrastierte mit dunkel rollenden Trillern, ehe sie das füllig kantable Thema in Emphase erblühen ließ, um mit federndem Anschlag und dynamischen Abschattungen Zärtlichkeit und Leidenschaft Gestalt zu verleihen. Dem tief traurigen Gesang des Andante wusste sie durch streichelnde Töne Sanftheit und Trost zu geben. Leichthändig und rasant wirbelte sie das Scherzo auf zwischen Bass und kristallinem Diskant. Diese Unbeschwertheit festigte der Abschlusssatz Allegro/Presto mit Brisanz. Am Beginn des zweiten Teils konnten die Zuhörer den Gründer der Ernst-Lothar-von-Knorr-Stiftung auch als Komponisten kennen lernen mit