Rheinpfalz Kalender statt Broschüren

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Er kann es nicht lassen. Eigentlich hatte Paul Wagner mit dem Thema Heimatkalender abgeschlossen, wollte sich lieber mit illustrierten Broschüren systematisch den Straßen in Rieschweiler-Mühlbach widmen. Nun erscheint doch wieder ein (dünnerer) Kalender, und die Broschüren liegen erst mal auf Eis.

Im März hatte sich der mittlerweile 83-Jährige, als „Kalendermann“ bekannte Heimatforscher, in einer Broschüre mit der Hauptstraße in Rieschweiler-Mühlbach befasst. Gleichzeitig kündigte er an, dem Heftchen bald weitere folgen zu lassen. Wagner hat in Rieschweiler-Mühlbach und seinem Heimatort Linden Jahrzehnte lang Kalender mit historischen Aufnahmen zusammengestellt und vertrieben. Seinen Abschied von dem Projekt hat er schon mehrfach angekündigt, zuletzt im abgelaufenen Jahr. Da der rührige Heimatforscher und akribische Sammler alter Fotografien – sein Archiv umfasst Tausende von Aufnahmen – aber nicht nichts tun wollte, erdachte er das Projekt mit den Straßenzügen, die in Heftchen abgearbeitet werden sollten. „Mit den Broschüren wird es vorerst nichts“, berichtet Wagner der RHEINPFALZ auf Anfrage. Zwischenzeitlich hielt den Heimatverein die „Sellemols“-Aktion auf Trab (wir berichteten mehrfach), deren Resultat nicht nur in einem Begleitheft zu sehen ist, sondern auch an den 43 historischen Aufnahmen, die im Ortsteil Rieschweiler an den Anwesen hängen. Für das Projekt zeichnete der Heimatverein verantwortlich, Impulsgeberin war Gabriele Poller, mittlerweile auch aktiv in Reihen des Vereins. Derzeit werde die Ausweitung der Aktion auf den Ortsteil Höhmühlbach vorbereitet, verrät Wagner. Das Projekt stehe aber noch am Anfang, erste Gespräche seien erst geführt. Wagner ist zwischenzeitlich aus dem Vorstand des Heimatvereins ausgeschieden, bleibt aber als Ehrenvorsitzender der Vereinsarbeit erhalten. Fürs Jahr 2019 bastelt er – allerdings auf eigene Kosten – an einer (mittlerweile etwas dünneren) Version des Heimatkalenders. Zwei Tage nach dem Weihnachtsmarkt teilte er mit, dass die zweite Auflage erhältlich ist. Auch wenn er seinen Rückzug schon mehrfach verkündet hat, scheint das die eingefleischte Anhängerschaft der Kalender wenig zu interessieren. „Bei mir melden sich immer viele Leute, die nach einem Kalender fragen“, berichtet Wagner. 2017 habe er gar keinen für 2018 machen wollen. Bis zum Weihnachtsmarkt. Da sei die Nachfrage nach dem damals noch gar nicht vorhandenen Kalender so groß gewesen, dass Wagner innerhalb weniger Wochen doch noch einen „Notkalender“ (O-Ton Wagner) aufgelegt habe. „Rund 150 Stück gingen davon weg, ich habe im Sommer noch mal nachdrucken lassen“, berichtet er. Ob die Broschüren zu den einzelnen Straßen im Ort nicht doch noch irgendwann erscheinen, lässt Wagner offen: „Ich hab’ schon so manches auf Eis gelegt. Und wenn es passt, dann hol’ ich es auch wieder runter“, sagt er schmunzelnd.

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