Rheinpfalz Kaffeelikör aus der Westpfalz
„Mo Co“ heißt der Kaffeelikör aus eigener Herstellung, den drei Studenten aus Fehrbach und Lemberg mit ihrer neu gegründeten Firma vertreiben. Der Likör ist inzwischen fast überall in der Gastronomie von Pirmasens und der Südwestpfalz zu haben. Dabei wollen es die Gründer, die Brüder Denis und Philipp Hach sowie Jens Fischer, nicht belassen. Ihr Ziel: Umsatzsteigerung und die Ausweitung der Produktion.
Fachlich sind die Studenten gut vorbereitet auf eine Unternehmensgründung. Die drei Freunde absolvieren zur Zeit alle einen Masterstudiengang, zwei von ihnen im Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen, Philipp Hach in Betriebswirtschaftslehre. Entsprechend professionell haben sie ihre ursprüngliche Idee auch verfolgt. Die entstand eher zufällig. Der selbst gemachte Kaffeelikör der jungen Männer war der Renner im Bekanntenkreis und bei Partys. Immer wieder wurden sie gebeten, doch eine Flasche davon mitzubringen. Und immer wieder kam die Frage auf, wo man den denn erwerben könne. Ganz Wirtschaftswissenschaftler, fingen sie an, über eine professionelle Vermarktung nachzudenken. Sie recherchierten die notwendigen Auflagen für die Herstellung und den Vertrieb, betrieben Marktanalysen und optimierten ihr Produkt. „Wir haben fast ein halbes Jahr am Rezept gefeilt, bis wir mit dem Geschmack zufrieden waren“, erzählt Jens Fischer. Im Juni erfolgte dann die Unternehmensgründung. Bis zur ersten Auslieferung im September waren die 24- und 25-Jährigen noch mit organisatorischen Vorbereitungen beschäftigt. Es galt, die Auflagen des Gesundheitsamts zu erfüllen, den Alkoholgehalt und die Inhaltsstoffe von einem Labor bestimmen zu lassen und ein stimmiges Marketingkonzept zu erstellen. Mit Hilfe einer Design-Studentin entstand ein Logo, zudem wurde die Homepage auf den Weg gebracht. Ob sich das Ganze tatsächlich vermarkten lässt, haben die Studenten auf bekanntem Terrain getestet. Inzwischen ist der Kaffeelikör fast flächendeckend in der Südwestpfalz zu haben. Produziert wird im Elternhaus von Jens Fischer in Fehrbach. Alles geschieht derzeit noch in kleinem Rahmen und in Handarbeit. Rund 600 Flaschen pro Monat stellen sie dort her. Arabica-Bohnen und Gewürze werden in Alkohol eingelegt. Die eigens angefertigten Brandstempel für den Kork und die selbst entworfenen Etiketten verleihen ihrem Produkt einen individuellen Look. Das ist durchaus gewollt. „Da wir das alles selbst machen, sind nie alle Flaschen einheitlich.“ Zur Zeit setzen die Jungunternehmer noch überwiegend auf den Direktvertrieb an die Gastronomie. Auch Privatpersonen können den Likör erwerben, unter anderem direkt am Firmensitz. Noch ist das Vertriebsnetz überschaubar. Das soll sich im nächsten Jahr ändern. Geplant ist, ihr Produkt auch im Supermarkt anzubieten. Zudem sind sie in Gesprächen mit Online-Händlern. (bos)