Rheinpfalz Junge Biker sorgen für Verdruss

Kommt ein Fahrrad geflogen ... Auf diesem Symbolfoto testet ein junger Biker seine Künste auf einem abgegrenzten Parcours. In Wa
Kommt ein Fahrrad geflogen ... Auf diesem Symbolfoto testet ein junger Biker seine Künste auf einem abgegrenzten Parcours. In Waldfischbach-Burgalben kommt es dagegen im öffentlichen Straßenverkehr immer wieder zu gefährlichen Situationen, wenn die Jugendlichen auf dem Hinterrad oder in hohem Tempo herumkurven.

Junge Biker, die Millimeter an einer sich öffnenden Autotür vorbeifahren oder auf nur auf dem Hinterrad auf dicht befahrenen Hauptverkehrsstraßen unterwegs sind – „Streetwheelie-Ryderz“ nennt sich die Gruppe. Was den Jungs, wie Bilder und Filmaufnahmen zeigen, Spaß macht, sorgt für eine Menge Ärger bei anderen Menschen. „Vor allem sorgt es für Gefahr“, sagt Udo Rapp, Leiter des Ordnungsamtes der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben. Deshalb laden Verbands- und Ortsgemeinde sowie die Polizei heute zum runden Tisch „Streetwheelie-Ryderz“ ein (19.30 Uhr, Bürgerhaus Waldfischbach-Burgalben).

Vor etwas mehr als einem Jahr, überschlägt Rapp, hätten sich die Beschwerden über die Aktionen der „Streetwheelie-Ryderz“ gehäuft. Es seien etliche gefährliche Situationen gemeldet worden. Autofahrer, die aus ihrem Auto ausstiegen und fast oder tatsächlich von vorbeisausenden Bikern gestreift wurden, ältere Passanten, die sich erschraken, wenn sie auf dem Gehweg unterwegs waren und von den rasanten Radlern geschnitten wurden. Autofahrer, vor deren Kühler ein Biker nur auf dem Hinterrad unterwegs war und so ins Trudeln kam, dass ein Beinahe-Sturz böse Folgen hätte haben können. Solche Szenen wurden immer wieder geschildert. Seit geraumer Zeit gibt es die gewagten Stunt-Aktionen auch mit Moped. Kunden, die beispielsweise am Dienstag gegen 16.30 Uhr bei Aldi im Gewerbegebiet Schorbach einkaufen waren und in Richtung Straße „Im Gefähr“ blickten, konnten eine Aktion gut sehen. Die Fahrt auf dem Hinterrad konnte ein Mopedfahrer nicht richtig beenden. Beim Aufsetzen des Vorderrades kippte die Maschine weg, der Fahrer flog über den Lenker. Zum Glück landete er auf den Knien. Die Maschine rutschte an den Hang an der Straße. Ein Auto, das aus der Straße kam, hatte so viel Abstand gehalten, dass es die Sturzstelle sicher passieren konnte. „Das Hauptproblem ist, dass die Aktionen fast alle im öffentlichen Raum stattfinden“, erläutert Rapp. Das Gewerbegebiet mit dem Parkplatz des Discounters ist aktuell ein Schwerpunkt. Begonnen hatte alles im Ortszentrum auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes. Dann begannen die Beschwerden. Der Parkplatz für Wasgau-Lieferanten wurde zum nächsten Treffpunkt für die Biker, aber nach wie vor kam es vor allem in der Hauptstraße immer wieder zu Begegnungen, die bei Bürgern zu Ärger und Beschwerden führten. Es habe viele Versuche vonseiten der Verwaltung und der Polizei gegeben, auf die Gefahren aufmerksam zu machen. „Die Jungs gefährden sich und andere Menschen“, verdeutlicht Rapp. Man habe ihnen angeboten, dass sie auf dem Parkplatz an der Sporthalle „Im Bruch“ ihre Fahrkünste ausprobieren sollten. Mit dem Argument, dort lägen jede Menge Glasscherben, sei das nicht angenommen worden. Die Ortsgemeinde säubere den Platz turnusgemäß, sagt Rapp. Bei Inaugenscheinnahme seien keine Glasscherben entdeckt worden. „Wir hatten auch angeboten, dass sie melden, wenn dort Scherben liegen, dann werden diese entfernt.“ Gefruchtet hat das bisher nicht. Deshalb soll nun noch mal das Gespräch auch mit den Eltern am runden Tisch gesucht werden, um zu tragbaren Lösungen zu kommen. „Uns geht es darum, vor allen Dingen auf die Gefahren aufmerksam zu machen, die damit verbunden sind“, verdeutlicht Rapp das Anliegen. Die seien nicht zu unterschätzen. „Niemand will, dass etwas passiert. Den Jungs nicht, aber eben auch unbeteiligten Passanten nicht“, unterstreicht Rapp. Fruchte alles nichts, bleibe wohl keine andere Möglichkeit, als auf rechtliche Maßnahmen zurückzugreifen und zu strafen. Ordnungswidrigkeiten seien mit den Fahrten verbunden, etwa das unerlaubte Benutzen von Gehwegen oder die Gefährdung des Verkehrs. Werde jemand verletzt bei einer Aktion, „dann kommen wir sogar schon in den Bereich gefährliche Körperverletzung“, sagt er und ergänzt: „Soweit soll es aber gar nicht kommen. Deshalb möchten wir heute vor allem sensibilisieren, auf Gefahren hinweisen.“

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