Baden-Württemberg Hunderte Telekom-Beschäftigte streiken vor EM-Stadion

Logo der Telekom
Das Logo der Telekom steht auf dem Dach der Unternehmenszentrale.

In wenigen Wochen beginnt die Fußball-EM. Die Telekom hat die Medienrechte und sorgt für die Übertragung der Spiele. Vorher fordern Beschäftigte und Gewerkschaft einen «ordentlichen Tarifabschluss».

Stuttgart (dpa/lsw) - Hunderte Telekom-Beschäftigte haben sich nach einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi vor der MHP Arena in Stuttgart zu einem Warnstreik versammelt. Zur Kundgebung am späten Vormittag seien rund 300 Beschäftigte vor Ort gewesen sein, teilte Landesarbeitskampfleiter Christian Filusch am Donnerstag mit. Damit solle der Druck in den laufenden Tarifverhandlungen aufrechterhalten werden.

Die Telekom hatte 2019 umfassende Medienrechte für das Turnier vom europäischen Fußball-Verband UEFA erhalten. Alle 51 Spiele der EM werden über den Telekom-Streamingdienst MagentaTV gezeigt, fünf davon exklusiv. Für einen reibungslosen Ablauf müsse bis zum Start am 14. Juni jedoch teils noch Technik ausgebaut werden. «Die Telekom-Beschäftigten sind hochgradig motiviert, das Fußball-Event technisch zu begleiten», sagte Filusch. «Aber vorher muss ein ordentlicher Tarifabschluss im Kasten sein.»

Der Aufruf zum Ausstand richtete sich an alle Bereiche der Telekom aus den Regionen Stuttgart, Leinfelden-Echterdingen und Göppingen, wie es weiter hieß. Folgen für Kunden seien mitunter höhere Wartezeiten in der Service-Hotline oder verlegte Termine für Neuanschlüsse gewesen. In Baden-Württemberg arbeiten den Angaben zufolge etwa 4500 Beschäftigte bei der Telekom. Darüber hinaus habe es auch Aufrufe zu Warnstreiks in den weiteren neun Städten gegeben, die bei der EM Spiele austragen.

Nachdem der Arbeitgeber am Dienstagabend in der vierten Tarifverhandlungsrunde ein verbessertes Angebot vorgelegt habe, sei die Runde bis einschließlich Freitag verlängert worden. Verdi fordere in der diesjährigen Tarifrunde unter anderem eine Entgeltsteigerung von 12 Prozent für die bundesweit rund 70 000 Tarifbeschäftigten.

Pressemitteilung Verdi zu Warnstreiks

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