Rheinpfalz Hitze von oben und unten

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Raimar Wilke, der Vorsitzende des Verkehrsvereins, strahlte Zufriedenheit aus über den Verlauf der diesjährigen Köhlerwoche, obwohl er in den vergangenen zehn Tagen nur wenig Schlaf fand. Das Wetter war nahezu ideal – nur an einem Tag regnete es. Auch die Künstler Heide Friese aus Köln und Jan Gerrits aus Petersbächel freuten sich über den gelungenen Brand ihrer Keramiken im Innersten des Meilers.

Dass in diesem Jahr anstatt des dünnen Rollrasens wieder auf die bewährten Graswasen, Grasstücke, zur Abdeckung des Meilers zurückgegriffen werden konnte, erleichterte den Köhlern ihre schwere Arbeit. Zehn Tage und Nächte überwachten sie den glimmenden Kohlenmeiler und stießen mit langen Stangen immer wieder Löcher in den kegelförmigen Meiler. Klingt simpel, braucht aber eine Menge Erfahrung: Erhält der Meiler über diese Öffnungen nämlich zu viel Sauerstoff, besteht die Gefahr, dass er abbrennt. Dann wäre die ganze Arbeit umsonst gewesen. Doch in diesem Jahr gab es keine Probleme, berichtete Christian Knoblauch. Das Öffnen des Meilers erfolgte behutsam, denn in seinem Inneren glühte die Holzkohle noch. Während zwei Mann Schicht für Schicht die Holzkohle vom Meiler rechten, warf ein Dritter wieder Sand auf den Meiler, damit sich die Holzkohle im Inneren nicht doch entzündet. Auch die auf die Seite geschobene Kohle ist dabei noch so heiß, dass sie sich entzünden kann. Permanent wird diese beobachtet und wenn nötig mit Wasser abgelöscht. Nach dem Auskühlen wird sie auf eine Schütte mit einem zehn Kilogramm schweren Gewicht geschaufelt und in Papiersäcke umgefüllt. Selbst dann ist die Kohle immer noch so warm, dass es schon vorgekommen ist, dass ein Sack in Flammen aufgegangen ist. Doch unter den Köhlern sind auch erfahrene Feuerwehrleute – die sich zwischendurch jedoch plötzlich fluchtartig entfernten, weil sie alarmiert wurden. Ein Fehlalarm. Knoblauch erwartete als Ergebnis 50 Zentner Holzkohle. Als am Ende zusammengezählt wurde, errechneten die Köhler mit 55 Zentner (2750 Kilogramm) einen Rekord: 275 Säcke wurden gefüllt. (wnr)

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