Rheinpfalz „Grumbeer-Hexe“ und Dieselduft

Mehr als 1000 Besucher fanden am Sonntag den Weg zum 4. Brauchtumstreffen der Bulldogfreunde Donsieders. Neben den vielen Traktoren gab es auch zahlreiche Vorführungen zu sehen. Zum ersten Mal fand die Großveranstaltung auf dem vereinseigenen Gelände an der Burgalber Straße statt.

„Willst Du Spaß auf dem Land erleben? Dann schau bei den Bulldogfreunden in Donsieders vorbei“, war das Motto der vierten Auflage des Brauchtumstreffens. Insgesamt 122 Traktoren konnten Neugierige bestaunen. Davon waren 87 von befreundeten Vereinen. Die restlichen 35 Traktoren gehörten dem ausrichtenden Verein, der auch das angrenzende Ackergelände für Schauvorführungen und zur Ausstellung nutzte. Schon von weitem konnte die Besucher auf der Anfahrt das Festgelände ausmachen, brauchte man doch nur dem alten Traktor zu folgen, der an einem Lastkran in luftiger Höhe schwebte. In Reih und Glied aufgereiht zogen die auf mehr als 150 Metern Länge ausgestellten Lanz, Fendt, Hanomag, Holder, International Harvester McCormick oder Schlüter die interessierten Besucher in ihren Bann. Aufmerksam wurden die „Steckbriefe“ der alten Schlepper mit Baujahr, PS-Zahl, Hubraum und Zubehör gelesen. Und auch die verschiedenen Gerätschaften, die an die Traktoren angeschlossen werden können, wurden bewundert. Der älteste Traktor, ein Lanz aus dem Jahr 1932, hatte 20  PS und fast fünf Liter Hubraum. Sein 54 Jahre jüngerer Besitzer Michael Lange aus Sambach, Geburtsjahrgang 1986, erhielt einen Preis für das älteste Ausstellungsstück. Ausgezeichnet für die weiteste Anreise wurde Michael Kluge von den Treckerfreunden Essen. Für die 340 Kilometer lange Strecke vom Ruhrgebiet in die Südwestpfalz saß er zweimal acht Stunden auf dem Fahrersitz seines Fendt Farmer 102. Als größte Gruppe waren 14 Oldtimertraktor- und Landmaschinenfreunde aus Höheinöd nach Donsieders gekommen. Als Gegensatz zu den betagten Hubraumboliden hatten 15 Kinder ihre originalgetreu nachgebauten Trettraktoren mit auf das Festgelände gebracht, und wurden dafür mit Süßigkeiten und einem Erinnerungsfoto belohnt. Interessant waren zudem die Schauvorführungen und der praktische Einsatz der historischen landwirtschaftlichen Geräte. Dreschen oder Furchen durch den Acker ziehen, ließen die körperlich schwere Arbeit von anno dazumal nur erahnen. Nicht wie damals von einem Pferd oder einem Ochsen gezogen wurde ein Zwei-Schar-Pflug, den Dieter Arnold hinter einem Traktor nur mit großem Kraftaufwand „in der Spur“ halten konnte. Dass auch nach Jahrzehnten das 1,80 Meter breite Mähwerk noch einwandfrei funktionierte, wurde beim Abmähen eines Feldes eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Hatten die Traktoren damals noch zwischen 15 und 25 PS, sind es heute bis zu 150 Pferdestärken. Auf Schautafeln wurde die Arbeitsweise von Locher, Putzer, Heuwender oder der „Grumbeer-Hexe“, eine Kartoffelerntemaschine erklärt. Frage und Antwort zu ihren Ausstellungsobjekten standen die Vereinsmitglieder des I.G.-Schiffsmodellbauvereins aus Pirmasens und der Kreidler-Freunde. Während einige Schiffsmodelle mit 4,6 PS bis zu 100 Stundenkilometer schnell sind, braucht die Maico M 250 aus dem Jahr 1959 mit dafür 14,9 PS. Heiner Lickteig zeigte, wie man auf traditionelle Weise Hanfseile dreht, und hatte dabei auch die Hilfe interessierter Zuschauer. Vorführungen gab es zudem von einem mobilen Sägewerk von Michael Simonis, Holzspalten mit Nils Leising und der historischen Bandsäge von Winfried Matheis. Pressesprecher Wolfgang Ferdinand moderierte fachkundig durch den Tag und war mit der Resonanz der Besucher sehr zufrieden. Dadurch habe sich der Einsatz von über fünfzig Vereinsmitgliedern gelohnt. (jn)

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