Rheinpfalz Fährt „Lego-Mindstorm“ nach Sotchi?

Kusel. Drei Schüler des Kuseler Gymnasiums haben sich für das Deutschlandfinale der „World Robot Olympiad“ am morgigen Samstag in Dortmund qualifiziert. Jens Petermann, Sebastian Post und Christoph Spohn entwickelten einen Lego-Roboter zur Reparatur von Solarmodulen in einer Weltraumstation. Die Elftklässler hoffen, dass ihre Maschine sie zum Weltfinale nach Sotchi führen wird.

Der in Kusel kreierte „Lego-Mind-storm“ ist zwar nur etwa 25 Zentimeter klein, dafür aber umso besser mit künstlicher Intelligenz ausgestattet. Wie von Geisterhand steuert er zielsicher über eine Rampe, findet defekte Solarmodule, greift diese – wenn auch etwas ruckartig – auf und transportiert sie ins Reparaturlager. Weitere Module muss das flinke Sensibelchen umdrehen und so wieder in Gang setzen. Alles in knappen zwei Minuten, in denen der Roboter zudem noch freundlich blinkt und piepst. Der Roboter sei mit einem Farbsensor ausgestattet, drei Motoren seien integriert, berichtet Jens Petermann aus Oberstaufenbach. „Bei der Aufgabe kommt es auf Millimeter an“, weiß der 17-Jährige. Genauigkeit und Schnelligkeit hat das Team „WM-Robotix II“ seiner Maschine in monatelanger Arbeit beigebracht. Dabei war Sebastian Post aus Breitenbach vor allem mit der Programmierung befasst. Präzision pur verlangt die international gleich ausgegebene Aufgabe der vom Verein „Technik Begeistert“ organisierten Vorrunde der „World Robot Olympiad“. Zum zweiten Mal erst nahm das Kuseler Gymnasium am Landeswettbewerb Robotic teil. Dabei errangen die Schüler am 24. Mai in Haßloch den zweiten Platz. Bei dem weltweiten Wettbewerb in drei Altersklassen – die Kuseler gehören zu den „Senioren“ – stand in diesem Jahr das Thema Weltraum im Mittelpunkt. Das zweite Team mit Dennis Fehrenz, Tobias Rech und Sebastian Grill errang einen stolzen sechsten Platz. Schon seit Februar waren die jungen Konstrukteure im Roboter-Fieber – und zwar mit allerhand Spaß. „Mit dem Vorgängermodell war ich die halben Osterferien beschäftigt“, verrät Petermann, dass die Jugendlichen auch in ihrer Freizeit vom Robotervirus gefesselt sind. „Wir schielen nach Sotchi“, meint Christoph Spohn aus Berschweiler selbstbewusst. Doch vorher wurde es in dieser Woche für die 17-Jährigen noch einmal ernst. Kurz vor dem Deutschlandfinale ging es in die heiße Phase: Das Modell des Landesentscheides wurde erneut überarbeitet. Niko Markus, der die Roboter-AG am Kuseler Gymnasium leitet, lobt die professionelle Vorbereitung: „Die Schüler haben alles komplett selbst entwickelt und gebaut.“ Hochmotiviert hätten sie über Robotermodelle und Lösungsalgorithmen diskutiert, Prototypen konstruiert und nach Testphasen wieder verworfen. „Wir haben alles modular aufgebaut, also in einzelnen Bausteinen. So haben wir das Problem in viele Einzelprobleme unterteilt“, erläutert Christoph dem Laien. Schulleiterin Angelika Gröneveld-Olthoff überlegt derweil schon, wie das Gymnasium die Schüler weiter fördern kann. Eine erste Idee ist naheliegend: Ihr Sohn sei Luft- und Raumfahrtingenieur in München, verrät Gröneveld-Olthoff. „Er würde sich sicher über eine Besuchergruppe aus Kusel freuen.“ Über eine mögliche Förderung an der Uni in Kaiserslautern und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz werde ebenso nachgedacht. Eine Führung im Forschungszentrum sowie einen Workshop an der Uni haben die drei Tüftler bereits in der Tasche. Zudem wolle die Firma Minitec in Schönenberg-Kübelberg den Roboter mit 400 Euro sponsern, freuen sich die Jungkonstrukteure. In Dortmund warten auf die Kuseler morgen neun Konkurrenz-Teams ihrer Altersklasse. Erst- und Zweitplatzierte qualifizieren sich für das Weltfinale in Sotchi im November. „Wenn das klappt, das wäre der Wahnsinn für Kusel“, ist Informatiklehrer Marco Schneider gespannt.

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