Kultur Südpfalz Die Sache mit dem Schürhaken

Volksmusik geht auch anders. Dies zeigten mit viel Elan und Temperament die Geschwister Well aus Bayern am Sonntag auf der Bühne im Haus des Gastes in Bad Bergzabern. Musikkabarett vom Feinsten wurde geboten. Sechs der insgesamt 17-köpfigen Geschwisterschar Well standen auf der Bühne und zeigten ein Potpourri an virtuosem Musikkönnen.

Charmant bedankten sich die Musiker für das zahlreiche Kommen und berichteten, wie toll ihnen Bad Bergzabern, die herrliche Aussicht und die Umgebung gefällt. Begeistert waren alle von der Tatsache, dass sie die Möglichkeit hatten, einen Fuß nach Frankreich zu setzen. Oder so wie einer der Brüder meinte: „In Bergbadzabern is es schön!“ Aber dann legten sie auch schon mit dem Ausruf „ Are you ready?“ los. Nach einem zünftigen Aufmarsch der Blechblasinstrumente, fühlten sich die Gäste augenblicklich mit einer Maß Bier in den Biergarten versetzt. Die musikalische Well-Familie verzauberte ihre Zuhörer mit Musiktalent auf fast allen Instrumenten, die man sich vorstellen kann. Ob Harfe, Zither, Streicher, Gitarre, Hackbrett oder selbstgemachten Klang-Elementen, wie die Nonnentrompeten, aus allen wurden Töne entlockt. Und das Publikum klatschte eifrig mit. Da wurden Hochzeitsmärsche genauso intoniert oder die Variation des Dudelsackspielens mit Schuhplatteln. Ebenfalls dabei, eine interessante Darbietung von „Highway to hell“ auf der Zither mit Tuba-Begleitung – total anders und echt gelungen. Auch die Familienbande kamen nicht zu kurz. Da wurde gestritten, sich versöhnt, gelacht – und wieder gestritten. Ein durchgängiges Thema für alle Geschwister war die „Sache mit dem Schürhaken“. Und die daraus resultierende Phobie gegen Kartoffelsalat bei der Schwester Bärbi, die sie nur mit drei Therapeuten und „Globuli“ in den Griff bekam. Da hilft nur „Stubenmusi“, meinte die Burgi, und ein Ansatzjodler zur Beruhigung. Oder die exzellenten Musikvariationen zu Mozarts „Don Giovanni“, über „Yellow Submarine“ von den Beatles und dem Kinderlied „Bi-Ba-Butzemann“ bis „Freude schöner Götterfunken“. Grandios aufgespielt von den Well-„Buam“ auf Alpenhörnern, da musste sogar das Publikum ran. Wenn die Geschwister Well über alle Themen jodeln, reimen und spielen ist das Erleben pur. Ideenreich, witzig und mit einer großen Musikbegabung verbunden. Seit Jahren sind sie ein fester Bestandteil in der Musikszene und präsentieren melodienreiche und stilechte Volksmusik in Verbindung mit Ironie und Augenzwinkern, in und für alle Lebenslagen. Das Publikum im Haus des Gastes war begeistert und spendete stehend Beifall-Ovationen.

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