Rheinpfalz Der FCK will‘s wissen

Gutes Debüt beim 1:1 im Test in Trier: Christopher Drazan. Foto: Kunz

In Linksverteidiger Chris Löwe von Borussia Dortmund vermeldet der Fußball-Zweitliga-Dritte 1. FC Kaiserslautern bereits den dritten Winterzugang. Die Lauterer möchten mit Macht nach oben.

KAISERSLAUTERN. Drei neue Spieler sind also schon da, und der im elsässischen Mulhouse geborene französisch-algerische Verteidiger Anthar Yahia (30) löst seinen Vertrag beim 1. FC Kaiserslautern auf; er spielt wohl bald in Tunis: Der FCK setzt den im Sommer nach dem Bundesliga-Abstieg begonnenen radikalen Umbruch in seinem Spielerkader mit Nachdruck fort. Ein, zwei Neue könnten bis Ende Januar noch kommen.

Es sind wieder bewegte Wochen bei dem Bundesliga-Gründungsmitglied, für dessen dauerhafte finanzielle Gesundung mittelfristig der Wiederaufstieg in die Erste Liga unerlässlich ist. Dabei gilt: Je früher der Sprung zurück ins Oberhaus gelingt, desto besser und lukrativer. Deshalb hat die Serie von drei Niederlagen vor der Winterpause den FCK-Vorstandsvorsitzenden Stefan Kuntz und Cheftrainer Franco Foda mindestens genauso sehr verärgert wie Fans und Spieler.

Mit den von Kuntz und Foda vorangetriebenen personellen Änderungen im Kader auch im neuen Jahr sollen mehrere Fliegen mit einer Klatsche erwischt werden. ”Zum einen wollen wir den kurzfristigen Erfolg”, sagt Trainer Foda. Sprich: Der derzeitige Tabellendritte will alles dafür tun, möglichst doch noch in dieser Saison aufzusteigen. Die Lauterer wissen, dass sie sich in den 15 Spielen keinen Ausrutscher mehr erlauben dürfen, wenn sie an Spitzenreiter Eintracht Braunschweig und Hertha BSC Berlin auf Rang zwei noch herankommen wollen; andererseits betont Foda, dass er auch im Glücksspiel der Relegation gegen den Bundesliga-16. eine reelle Aufstiegschance sieht.

Vereinschef Kuntz, ein ehrgeiziger Mann der Tat mit guten Kontakten in der Szene, will das Abstiegsunglück so schnell wie möglich mit dem Wiederaufstieg vergessen machen. Gerade auch deshalb, weil er um seine eigenen Fehler im Abstiegsjahr weiß. Dahinter steht zudem der branchenübliche finanzielle Druck für einen großen Verein mit allein über sechs Millionen Euro Gesamtkosten für das Stadion.

Für langjährige Bundesligisten mit entsprechender Infrastruktur ist die Zweite Liga allein wegen der um mindestens sieben Millionen Euro geringeren Fernseh- und Werbeeinnahmen fast immer ein Verlustgeschäft. So investieren auch die Lauterer nach der Verpflichtung von Bayern Münchens kurzfristiger Leihgabe bis Saisonende, Mitchell Weiser (18), für eine lohnendere Zukunft im Oberhaus lieber noch ein paar Hunderttausend Euro in kickende Hoffnungsträger wie den Flügelspieler Christopher Drazan (22) oder jüngst Linksverteidiger Chris Löwe (23), der von Borussia Dortmund kommt (RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete).

Neben dem kurzfristigen Erfolg sollen sie, so der zweite Teil des Plans, Bestandteile eines Teams sein, das auch in der nächsten Saison die Herausforderungen meistert - sei es im erneuten Aufstiegsrennen oder, eine Etage höher, im Abstiegskampf.

In jedem Fall sollen die Neuverpflichtungen, wegen derer der schon vorher zu große Kader nun verkleinert werden soll, die verbliebenen Profis zu Höchstleistungen bewegen.

”Konkurrenz ist grundsätzlich gut”, sagt FCK-Vizekapitän Florian Dick, ”aber man muss aufpassen, dass man nicht zu viele neue Spieler holt und der Kader zu groß wird. Wenn in der Kabine kein Platz mehr ist, kommt Unruhe rein.”

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