FCK Der FCK im Pokal in Marienborn – viel Magerkost und ein Dosenöffner

Ein hartes Stück Arbeit bei schlechtem Licht und Regenwetter auch für FCK-Jungprofi Mohamed Morabet (links). Er traf zum 2:0.
Ein hartes Stück Arbeit bei schlechtem Licht und Regenwetter auch für FCK-Jungprofi Mohamed Morabet (links). Er traf zum 2:0.
Kämpferisch auf dem Kunstrasen: FCK-Sturm-Neuzugang Kenny Prince Redondo (vorne links), der das 3:0 erzielte.
Kämpferisch auf dem Kunstrasen: FCK-Sturm-Neuzugang Kenny Prince Redondo (vorne links), der das 3:0 erzielte.

Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern erledigt in der Geisterpartie im Corona-Risikogebiet am Mittwochabend eine Pflichtaufgabe gewohnt schmucklos. 3:0 heißt es beim Sechstligisten TuS Marienborn. Der FCK steht nach dem Spiel auf doppelt ungewohntem Terrain im Verbandspokal-Viertelfinale.

Der 1. FC Kaiserslautern und seine Auftritte im Verbandspokal, das ist ein Kapitel für sich. Die letzte überzeugende Partie vor dem Achtelfinale der aktuellen Saison in Marienborn lag etwas mehr als ein Jahr zurück. Im Ludwigshafener Südweststadion schlugen die Roten Teufel den SV Phönix Schifferstadt am 4. September 2019 mit 6:0. Zumindest das Resultat durfte als „standesgemäß“ bezeichnet werden. Im Unterschied zu den nachfolgenden Duellen. Achtelfinale beim SV Gonsenheim: 3:0, das Führungstor fiel in der 78. Minute. Viertelfinale beim FK Pirmasens: 4:2-Sieg nach Elfmeterschießen. Halbfinale: 2:1 gegen den SV Morlautern. Finale: 5:3 gegen Alemannia Waldalgesheim – die Entscheidung brachte ebenfalls erst ein Elfmeterschießen.

Der Übergang zur aktuellen Spielzeit erfolgte „nahtlos“, beim Verbandsligisten SG Meisenheim/Desloch-Jeckenbach siegte der FCK mit 2:0, ließ dabei auch gegen jenes wackere Amateurteam eine Masse an guten Chancen ungenutzt.

Viele Änderungen – aber kein zweiter Anzug

Der neue Cheftrainer Jeff Saibene hatte die Partie in Marienborn als „sehr, sehr wichtigen Test“ bezeichnet und viele personelle Veränderungen angekündigt. Die gab es. Allerdings verbot es sich, von einem „zweiten Anzug“ zu sprechen, schließlich tummelten sich gerade in der Offensive Spieler wie Daniel Hanslik, Kenny Prince Redondo oder Marius Kleinsorge auf dem klatschnass geregneten Marienborner Kunstrasen, Profis mit Anspruch auf einen Platz in der Drittliga-Startelf. Profis, die sich beweisen wollen und müssen, auch gegen einen Verbandsligisten, der in Staffel 2 seiner Spielklasse aktuell Vierter ist.

Kunstrasen keine Ausrede für Saibene

Nun – an jenem ungemütlichen Oktoberabend dauerte es vor den Augen weniger Funktionsträger – Zuschauer waren im Corona-Risikogebiet Mainz nicht zugelassen – bis zur zehnten Minute, ehe sich der FCK Richtung gegnerisches Tor spielte: Im Anschluss an die erste Lauterer Ecke löffelte der umtriebige Anil Gözütok den Ball in den Strafraum, Hanslik kam zum Kopfball, der aber keine Gefahr brachte. Der Kunstrasen – einer der älteren Generation, dazu eben regengetränkt und daher ein sehr schneller Untergrund – machte beiden Teams das Fußballspielen nicht leicht. FCK-Trainer Saibene indes hatte seinen Schützlingen diese etwaige Ausrede schon im Vorfeld genommen.

Die Roten Teufel, in eben völlig neuer Formation, mühten sich. Lange waren die Angriffe alles andere als zielführend. So wurde der Sechstligist nach einer knappen halben Stunde gegen den Pokal-Topfavoriten frecher. Die erste Chance der TuS hatte Nils Letz, der frei zum Kopfball kam (27.). Gefährlich für den FCK wurde es auch nach der ersten Mainzer Ecke von Dennis Ritz. Moritz Freisler nahm den den Ball direkt (35.). Den tollen Schuss parierte Lauterns Schlussmann Matheo Raab, der Praxis sammeln durfte.

Vielleicht ein Field Goal

Kurz vor der Pause setzte der Lauterer Linksverteidiger Philipp Hercher zu einem Gewaltschuss aus der Distanz an – beim American Football hätte es womöglich ein Field Goal gegeben ... Beim Fußball aber verhieß der gescheiterte Versuch eine Nullnummer zur Pause.

Wieder eine Wutrede?

Eine neuerliche Wutrede des FCK-Trainers wie zuletzt nach der schwachen ersten Hälfte gegen den SV Waldhof schien angebracht. Aber diesmal zeigte sich Saibene geduldiger, wie er später verriet. „Wir hatten ein völlig anderes Team mit elf Neuen in der Startformation und viele Junge auf dem Platz, die ich unbedingt sehen wollte. Gerade da braucht es manchmal einen Dosenöffner.“ Der funktionierte in der 57. Minute: Nach einem Pass von Jonas Scholz spielte Mohamed Morabet den Ball clever in die Tiefe, und Sturm-Neuzugang Hanslik vollstreckte kühl. 1:0.

Ein paar Minuten effizient

Der Knoten platzte: Schnell ließen Morabet und Redondo das 2:0 (61.) und das 3:0 (62.) folgen. In diesen paar Minuten war der haushohe Favorit effizient – Pokal-Pflicht erfüllt.

So spielten sie

TuS Marienborn: Rheinländer - Letz, Hofmann, Moser, Harden - Klaus-Patrick Huth (73. Scholl, 83. Fakovic), Melament (65. Klapper), Trapp (65. Hoti), Ritz - Freisler - Aliu

1. FC Kaiserslautern: Raab - Gözütok, Hainault, Scholz, Hercher - Morabet, Jensen - Kleinsorge (63. Skarlatidis), Zuck (73. Röser), Redondo (63. Ritter) - Hanslik (65. Elias Huth)

Tore: 0:1 Hanslik (57.), 0:2 Morabet (61.), 0:3 Redondo (62.) - Gelbe Karte: Jensen - Beste Spieler: Rheinländer, Letz, Ritz - Hanslik, Morabet, Gözütök - Schiedsrichter: Schütz (Worms).