Kultur Südpfalz Das weite Feld von Recht und Freiheit
Ein „starkes Bekenntnis für Demokratie und Menschenrechte als Frieden stiftendes Element für Europa“ sollen, so der neue Kulturbürgermeister Albert Käuflein, die 24. Europäischen Kulturtage werden, die vom 20. April bis 5. Mai in Karlsruhe ausgetragen werden.
Zu dem Motto „Umbrüche, Aufbrüche: Gleiche Rechte für alle“ werden 34 einheimische und internationale Kulturinitiativen, Gruppen und einzelne Kunstschaffende in Ausstellungen, Konzerten, Schauspiel und Musiktheater sowie Filmen, Vorträgen und Diskussionen ihre Positionen darlegen. Erstmals ist das früher eigenständige Festival „Frauenperspektiven“ in die Kulturtage einbezogen, die seit 1983 vom Kulturamt der Stadt und dem Badischen Staatstheater organisiert werden. Und so kommt programmatisch nicht nur der Freiheit der Kunst, der 68er-Bewegung, dem Widerstand gegen Diktaturen gestern und heute, sondern auch den Frauenrechten im weiten Spannungsbogen des Programms besondere Bedeutung zu. Ansatzpunkte zum Generalthema „Umbrüche, Aufbrüche“ finden sich sowohl historische als auch aktuelle. In diesem Jahr ist in Karlsruhe der Revolution von 1848, also vor 170 Jahren, ebenso zu gedenken wie der Einrichtung des ersten Mädchengymnasiums in Deutschland vor 125 Jahren. Hinzu kommen die Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren, die ebenso lange zurückliegende Novemberrevolution oder auch das aufwühlende Protestjahr 1968. Aktuell sind Freiheit von Meinung und Kunst, aber auch rechtliche Grundlagen der Demokratie vielerorts in Europa bedroht. Aus Sicht des Staatstheater-Intendanten Peter Spuhler ist denn auch die Freiheit der Kunst „der Lackmus-Test für das Funktionieren einer Demokratie“. Gerade die Vielfalt der Kultur stehe für eine pluralistische Gesellschaft. Gestartet wird das Festival am 20. April mit einem Dreiklang. Zunächst wird im Badischen Landesmuseum die Ausstellung „Revolution! Für Anfänger*innen“ eröffnet, beim anschließenden Festakt im Rathaus hält Bundesverfassungsrichterin Susanne Baer die Festrede und danach wird im Staatstheater die Uraufführung des Volksstücks „Radikale Akte“ folgen, bei der Menschen aus Karlsruhe und Umgebung mitwirken. Das Staatstheater ist außerdem mit den Eigenproduktionen „Hair“ und „Die Ehen unserer Eltern“ dabei. Ferner gibt es mehrere Gastspiele, darunter aus Syrien und Iran. In einer Filmreihe sowie mit Videoinstallationen und einer Podiumsdiskussion widmet sich die Kinemathek dem Thema „Gender und Feminismus im Film“, ein Symposium des ZAK befasst sich mit der Situation der Frauen in verschiedenen Regionen Europas und es gibt unter anderem ein Syrien-Wochenende mit Theater (gespielt von einem Ensemble von Geflüchteten), syrischen Filmen und Künstlergesprächen. Insgesamt bieten die Europäischen Kulturtage ein abwechslungsreiches, rund 80 Beiträge umfassendes Programm, das viele Facetten des Mottos „Umbrüche, Aufbrüche: Gleiche Rechte für alle“ berücksichtigt. Info www.europaeische-kulturtage.de