Rheinpfalz Bei Stadtbahn-Nord läuft alles nach Plan

Mannheim. Positive Zwischenbilanz für Mannheims größtes Verkehrsbauprojekt: Die Bauarbeiten an der Stadtbahn Nord liegen voll im Zeitplan. Mit Sicherheit werden im Sommer nächsten Jahres die ersten Bahnen zwischen Gartenstadt, Waldhof und der Innenstadt rollen.

„Trotz mancher unvorhersehbarer Schwierigkeiten und mehrerer Erweiterungen der ursprünglichen Planung liegen die Bauarbeiten im Zeitplan, so dass die Strecke voraussichtlich wie vorgesehen nächsten Sommer in Betrieb gehen kann“, zieht Mannheims für Verkehrsprojekte zuständiger Stadtkämmerer Christian Specht eine „überwiegend positive“ Zwischenbilanz. „Mit 86,4 Millionen Euro Baukosten sind wir im erwarteten Korridor“, zeigt sich Specht zufrieden. Die bei der Planung 2008 angenommenen Kosten von 77,5 sind auf nun geschätzte 86,4 Millionen Euro gestiegen, liegen damit aber immer noch im kalkulierten Gesamtkostenrahmen. Der Finanzierung zugute kommt das derzeitige sehr niedrige Zinsniveau. Aktuell seien nur noch 15 Prozent der Arbeiten auszuschreiben, sehr große Kostensteigerungen also nicht mehr zu erwarten. „Wir haben von vornherein eine Kostensteigerung von 20 Prozent einkalkuliert, da allein der Baukostenindex jährlich um 1,6 Prozent steigt, dazu gibt es immer unvorhergesehene Ereignisse“, erläutert der Stadtkämmerer. Rechnerisch ergibt sich so ein Gesamtkostenrahmen von 93,6 Millionen Euro, der aber wohl nicht ausgeschöpft werden muss. Mehrkosten von 4,5 Millionen trägt der Bund, die restlichen 4,4 Millionen Euro einschließlich der Planungskosten und des Schienenersatzverkehrs die MVV Verkehr GmbH. Immerhin lasse sich der Ersatzverkehr nach neuen Gutachten mit 1,5 Millionen Euro als Unkosten abschreiben. Durch die aktuell niedrigen Zinsen seien die Kreditkosten mit 400.000 Euro pro Jahr nur halb so hoch wie angenommen, erklärt MVV-Geschäftsführer Marcus Geithe. Wie Specht betont, sei Einiges an Mehrkosten auch durch sinnvolle Planänderungen entstanden: So wurden nach dem Aufgraben im Erdboden angetroffene, alte und nicht heutigen Vorschriften entsprechende Versorgungsleitungen erneuert – Kostenpunkt eine Million Euro. Aufwendiger und 750.000 Euro teurer als geplant wurde die Riedbahn-Unterquerung, die dafür pflegeleichter ist und Unterhaltskosten spart. Mit 1,65 Millionen Euro schlug das dritte Gleis für die „Vorsortierung“ der Bahnlinien in der Friedrich-Ebert-Straße zu Buche. Ziel ist eine bessere Verbindung der Linie 5 (OEG) zum geplanten Stadtquartier im Benjamin Franklin Village. „Wir haben uns bei dem Projekt für eine abschnittsweise und kleinteilige Bauweise entschieden, um größtmögliche Rücksicht auf Verkehr und Anwohner nehmen zu können“, betont Specht. Die ersten Abschnitte der Stadtbahnstrecke, etwa im Ulmenweg oder der Waldstraße, sind bereits fertig. Derzeit sind insgesamt 60 Prozent der Tiefbau- und Gleisbauarbeiten absolviert. An den übrigen Abschnitten laufen die Arbeiten auf Hochtouren. „Im Herbst beginnt die Verkabelung der Elektrik. Im Mai 2016 soll der Probebetrieb starten“, gibt RNV-Bauleiter Steffen Magin einen ehrgeizigen Zeitplan vor. „Ich bin froh, wenn wir die Eröffnung im Sommer hinbekommen“, zeigt sich Specht etwas vorsichtiger.

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