Speyer
Bach, Liszt und mehr: Passionsmusik in der Gedächtniskirche
Es erklang Franz Liszts 1850 entstandene Fantasie und Fuge in c-moll über den Choral „Ad nos, ad salutarem undam“ aus Meyerbeers Oper „Der Prophet“. Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger spielte das Werk sehr eindrucksvoll.
Dazu kamen Werke von Johann Sebastian BachDer Kreis wird sich schließen, denn bei der Abendmusik an Karfreitag, 18. April, um 18 Uhr wird Robert Sattelberger auch wieder Bach spielen und auch wieder Liszt, dann mit dessen umfänglichen Variationen über „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“, die sich ja auf Bach beziehen.
Musikalischer Gottesdienst
Sein Programm zum Sonntag Invocavit, dem ersten in der Passionszeit, verstand der Regionalkantor bewusst als musikalischen Gottesdienst und weniger als Konzert. Das erklärte dann auch, dass er Liszts halbstündiges Monumentalwerk in die Mitte und nicht an den Schluss des Programms stellte.
Als „Anrufungspsalm“ erklang zunächst Bachs dramatisches Praeludium und Fuge c-moll BWV 546. Als Schriftlesung und Predigt verstand der Kirchenmusiker Franz Liszts Fantasie und Fuge. Zum Abschluss erklangt Bachs c-moll Fantasie als stille Passionsmusik.
Alle drei Werke, zu denen dann noch ein Gemeindelied mit einem Stück von Ernst Pepping als Vorspiel kam, stehen in c-moll. Das Programm war also auch tonartlich geschlossen.
Zwingende Intensität
An der großen Kleuker-Orgel entfaltete Robert Sattelberger das große Werk von Liszt sehr überzeugend in differenzierter Registrierung und flexibler Dynamik, so dass der dramatische Formverlauf deutlich nachzuvollziehen war. Überhaupt hatte sein Spiel eine zwingende Intensität, so dass die Wirkung dieser Musik voll ausgeprägt wurde. Auch bei den rahmenden Werken von Bach war Sattelbergers Vortrag nachhaltig.
Das große Konzert in diesem vorösterlichen Zyklus wird dann nicht in der Gedächtniskirche, sondern am Palmsonntag, 13. April, 18 Uhr, in der Dreifaltigkeitskirche in Speyer mit einem individuell zusammengestellten „Passions-Osteroratorium“ stattfinden, bei dem drei Kantaten von Bach – „Himmelskönig, sei willkommen“, „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“ und „Christ lag in Todes Banden“ – einen theologischen Sinnzusammenhang bilden. Dann singt die Speyerer Kantorei, es spielt das Collegium musicum Speyer. Sattelberger dirigiert.
Info
Die Musik am Sonntag 16. März, 17 Uhr, zum Sonntag „Reminiszere“ gestalten Hosung Kang aus Heidelberg an der Orgel und Dekan Arne Dembek. Im Mittelpunkt steht das Gedenken an Dietrich Bonhoeffer, dessen 80. Todestag gedacht wird. Kang spielt unter anderem Regers monumentale Toccata und Fuge d-moll/D-Dur und improvisiert über „Von guten Mächten“. Der Eintritt zu den Abendmusiken ist frei.