Rheinpfalz Auf der Zielgeraden

Sie gehen unter die Formel-1-Piloten: Schüler des Technischen Gymnasiums. Wochenlang haben sie einen kleinen Rennwagen entwickelt und zusammen mit Pirmasenser Firmen gebaut. Am kommenden Samstag geht der Flitzer an den Start.
Räder montieren, Spoiler lackieren, Präsentation, Teamkleidung: Noch eine Woche ist es bis zur Südwestmeisterschaft im Dynamikum – und die „PitBullS“ stehen mächtig unter Druck. „Die Zeit arbeitet gegen uns“, lacht Christian Ziegelmaier. Das siebenköpfige Team des Technischen Gymnasiums der Berufsbildenden Schule (BBS) hat noch einiges zu tun. Seit Oktober arbeitet die Truppe um Mathematiklehrer Udo Bracke an der Entwicklung und Fertigung eines Miniatur-Formel-1-Rennwagens. Bei den südwestdeutschen Regionalmeisterschaften des Wettbewerbs „Formel 1 in der Schule“ wollen sie sich mit neun anderen Teams messen. „Unser Auto wurde mittlerweile gefräst und lackiert“, erklärt Bracke. Jetzt wird fleißig an den übrigen Wettbewerbsteilen gearbeitet: Ein sechzehnseitiges Portfolio und eine achtminütige Präsentation über die Arbeit stehen ebenso aus wie der Aufbau des Teamstandes und die Wahl der Kleidung. Den Schülern des Leistungskurses Mathematik der zwölften Jahrgangsstufe geht es aber nicht nur um den Sieg. Vor allem wollen sie sich für die vermeintlich schwache Region einsetzen. „Wir wollen den Firmen beweisen, dass es hier gut ausgebildete Schüler gibt, die an Pirmasens glauben“, sagt die 18-jährige Kristina Färber, Grafikdesignerin der „PitBullS“. „Außerdem wollen wir zeigen, was die Region jungen Leuten bieten kann“, ergänzen die Mitschüler. Als Maskottchen haben sie sich deshalb den Stier der Stadt ausgesucht. Er ist dunkelrot lackiert. Die „PitBullS“ werden von mehreren Unternehmen aus der Region unterstützt, eines davon ist die Firma FWB Kunststofftechnik. „Das interessante Projekt bietet hervorragende Gelegenheit, die guten Kontakte zur BBS noch weiter auszubauen“, erläutert Geschäftsführer Frank Schmidt. Sein Mitarbeiter Heinz Kleinschmidt betreut die Schüler und bewertet die Sache mit den Flitzern ebenfalls positiv. „Einige der Schüler haben wirklich einen Bezug zu komplexer, bildlicher Darstellung und durchaus Potenzial“, sagt er. „Sie haben beispielsweise die Muster für den Wagen über den Bildschirm auf die Fräsanlage gebracht und dann als Modell gefertigt.“ Natürlich bestehe auch Eigeninteresse. „Die Jugendlichen sollen wissen, dass sie in Pirmasens die Möglichkeit zur dualen Ausbildung haben, Firmen können so ihre Nachwuchssorgen kompensieren.“ Die Formel 1 mache auch sehr viel Spaß. „Das Endprodukt offenbart ein hohes Maß an Können und technischem Verständnis“, so Kleinschmidt. Mit FWB konstruierten und fertigten die Schüler den Rennwagen, die Montage der Räder folgt in den nächsten Tagen. Die Agentur Reppa kümmerte sich mit den Zwölftklässlern um Layout und Gestaltung von Portfolio, Flyern und Visitenkarten. Lackiert hat das Auto das Karosserie-Lack Zentrum Brehm, Beschriftung des Autos und die Kleidung kommen von WHV Design. „Wir haben sogar eine eigene Rennbahn für Testfahrten“, freut sich Teamchef Bracke. Sie wurde von den Firmen Kömmerling und psb intralogistics konstruiert. Jetzt sind die Schüler sehr gespannt aufs Rennen und geben noch einmal Vollgas.