Rheinpfalz Auch im Winter wird daheim gespielt

In kräftigem Grün liegt er da, der neue Kunstrasenplatz des Turn- und Sportvereins Breitenbach. Zwar steht das rund 90 Meter lange und 60 Meter breite Geviert bereits seit Oktober 2013 – dem Abschluss der Bauarbeiten – für die TuS-Mannschaften zur Verfügung, die offizielle Eröffnung jedoch findet am morgigen Freitag ab 19 Uhr statt.

„Jetzt ist alles gut“, sagt der frühere TuS-Vorsitzende Thomas Hüther. Die Idee eines Kunstrasenplatzes als Lösung für „den ganzjährigen Spielbetrieb“ entstand bereits im Jahr 2008. „Damals konnten wir nur von März bis Oktober den Spielbetrieb auf dem Rasenplatz aufrechterhalten“, erinnert sich Hüther. Training und Spiele mussten bei schlechter Witterung in Nachbarorte verlegt werden, was wiederum mit Einnahmeeinbußen einher ging. Anfangs lief alles gut. Im gleichen Jahr noch reichte der Verein einen Antrag auf Fördermittel des Landes durch den sogenannten Goldenen Plan ein. Dieser bezeichnet die Vergabe von finanziellen Mitteln zum Bau von Sportstätten. „Innerhalb des Landkreises standen wir schnell auf Platz eins für diese Fördermaßnahmen“, erinnert sich Hüther. Doch vonseiten des Landes fehlte das Geld. Die Hoffnung stirbt zuletzt: „Wir sind unseren Weg geradeaus weitergegangen“, erklärt der ehemalige Vorsitzende. Konkret stemmte der 500 Mitglieder große Verein einige Veranstaltungen, zum Beispiel das Open-Air-Fest im Mai 2011 mit rund 1200 Besuchern sowie zwei Auflagen des Breitenbacher Oktoberfestes. „Die Einnahmen flossen später in die Finanzierung des neuen Kunstrasenplatzes“, sagt Hüther, der auch die ungezählten Arbeitsstunden der Vereinsmitglieder hervorhebt. Im März des vergangenen Jahres kam endlich die Zusage. „Doch die Förderung fiel geringer aus als bei unseren Planungen“, beschreibt Hüther den ersten Schock. Die dadurch entstandene Finanzierungslücke galt es erneut zu schließen, Mitglieder, Freunde des Vereins und Sponsoren sprangen bei einer Spendenaktion in die Bresche. „Diese Unterstützung war entscheidend. Ohne die Leute hätten wir den Platz heute nicht“, sagt Hüther. Die genaue Kostenaufstellung des Kunstrasenplatzes, dessen Bau zwischen August und September des vergangenen Jahres bewältigt wurde, will der frühere Vorsitzende jedoch nicht verraten. Hüther verrät nur, dass das Projekt mit mehr als 400.000 Euro veranschlagt wurde und der Verein rund ein Drittel der Kosten in Eigenleistung erbringen musste. Nun liegt er da, der neue Kunstrasenplatz und wird von beiden aktiven Mannschaften, den Jugendteams und den Fußballsenioren des TuS genutzt. „Die Sportler sind total begeistert, vor allem die Jugend“, freut sich der aktuelle Vorsitzende Michael Romba, der den Sportplatzbau als „Höhepunkt“ bezeichnet. Weitere Arbeiten wie Baumpflanzungen als Ausgleichsmaßnahme, die Umgestaltung des Kinderplatzes neben dem Kunstrasenplatz sowie eine neue Flutlichtanlage stehen noch an – wenn auch teilweise erst in einigen Jahren. Hüther: „Zumindest der Platz hat bei guter Pflege mindestens eine Lebensdauer zwischen 15 und 20 Jahren.“ Doch zunächst wird jetzt gefeiert: Am morgigen Freitag findet die offizielle Eröffnung des Kunstrasenplatzes statt. Ab 19 Uhr sind TuS-Mitglieder und Freunde, Sponsoren, Geschäftspartner sowie Vertreter von Sportbund und Politik ins Sportheim eingeladen. „Wir werden auch einen Beamer aufbauen und eine Präsentation vorführen, die das Projekt von der Planung bis zur Fertigstellung zeigt“, so Romba. Der, der die Pläne entworfen hatte, Architekt und ehemaliger TuS-Vorstand Albert Schröer, werde alsbald zum Ehrenmitglied ernannt, ergänzt der Vereinsvorsitzende. (hlr)

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