Eisenberg Auch ein neues Denken angestoßen

„Hospiz bewegt“: Unter dieser Überschrift feiert der ambulante Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst Donnersbergkreis 2015 sein zehnjähriges Bestehen mit einer Fülle an Veranstaltung, die sich über das ganze Jahr und den gesamten Kreis verteilen. Mit dem Motto soll laut Sabine Nauland-Bundus nicht nur gesagt sein, dass der Umgang mit Sterben und Tod jeden berühre. Es deute ebenso an, dass die Hospizbewegung beim Umgang mit Sterben und Tod ein anderes Denken angestoßen habe.

Es wird Theater mit den Akteuren des bekannten Chawwerusch-Ensembles geben, Veranstaltungen für Kinder, Musik in Verbindung mit erlesener Kochkunst, eine Lesung mit der früheren ZDF-Moderatorin Elfie von Kalckreutz, auch die Bilderausstellung „Noch mal leben vor dem Tod“, die nach Präsentationen in Metropolen weltweit nun erstmals im ländlichen Raum gezeigt wird. Hinzu kommen Andachten und Gottesdienste – der Umgang mit Krankheit, Sterben und Tod wird denkbar vielseitig beleuchtet. Und: „Es soll nicht nur ernst und traurig sein“, so Nauland-Bundus, die die Arbeit des Hospizdienstes koordiniert und für Aus- und Weiterbildung sorgt. Die Hospizbewegung selbst sei gut 30 Jahre alt, der damalige Dekan Thomas Vieweg sei es gewesen, der diesen Gedanken hierher geholt habe. „Es war eine Herausforderung, das hier im ländlichen Raum anzubieten“, blickt Nauland-Bundus auf die Anfänge zurück. Damals habe es aber auch Zweifel gegeben, ob die Menschen diesen Gedanken hier, wo Familien noch enger zusammenleben, annehmen werden, streicht die für den Hospizdienst zuständige Pfarrerin Birgit Rummer heraus. . Die letzten zehn Jahre haben diesen Zweifel allerdings ausgeräumt. Bereits im ersten Jahr, gestartet mit einer hauptamtlichen Kraft und 20 frisch ausgebildeten Hospizhelfern, wurden 15 sterbenskranke Menschen betreut. Und im letzten Jahr seien es 100 gewesen. In den zehn Jahren hat der Hospizdienst in rund 600 Fällen den Betroffenen und ihren Angehörigen helfen können. Es ist ein Dienst, der Sensibilität und Tapferkeit erfordert, der emotional an Grenzen geht und immer an die Endlichkeit des eigenen Lebens gemahnt. Erich Morschhäuser, selbst von Anfang an als Hospizhelfer dabei, hat noch heute mit der Familie Kontakt, in der er seine erste Betreuung hatte, die fast ein Jahr dauerte. Die Helfer sind mit dem Erlebten nicht allein, monatliche Gruppentreffen helfen, es zu verarbeiten. Die Helfer stünden zudem immer im Kontakt mit den Hospizschwestern. Einmal im Jahr gibt es auch einen Hospizgottesdienst, „um ablegen zu können, was man erlebt hat“, fügt Birgit Rummer an. Und natürlich werden die ehrenamtlichen Helfer – 43 sind es zur Zeit – nicht unvorbereitet in ihren Dienst geschickt. Sie erhalten eine Ausbildung, die sich über ein Dreivierteljahr erstreckt und 70 Unterrichtsstunden und eine 20-stündige Hospitation in einer stationären Einrichtung umfasst. Wird die Hilfe des Hospizdienstes angefragt, macht die Hospizschwester einen Erstbesuch, dann werde geschaut, wer aus dem Helferkreis für diesen Fall geeignet wäre. Finanziert werde der Hospizdienst zum größten Teil von den Krankenkassen. „Das war von Anfang an so und ist inzwischen aufgestockt worden“, so Nauland-Bundus. Für die ungedeckten Kosten tritt der Förderverein Hospiz mit seinen Spendenerträgen ein.

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