Rheinpfalz Almabtrieb lockt unzählige Gäste nach Trulben

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Der Almabtrieb in Trulben, der am Wochenende zum dritten Mal über die Bühne ging, hat sich in der Region einen Namen gemacht. Anders ist es nicht zu erklären, weshalb am Sonntag trotz grau verhangenem Himmel und herbstlicher Kühle so viele Besucher ihren Weg auf den Festplatz und Trulbens Straßen fanden. Höhepunkt war der Festzug, den eine Herde mit etwa 40 Kühen abschloss.

Wohl nur zur 700-Jahrfeier 2007 waren mehr Menschen nach Trulben gekommen. Unter den Besuchern am Sonntag war auch der ehemalige Trulber Berti Weber, der aus dem Allgäu angereist war. Schließlich kamen einige Trulber bei dessen Hochzeit im Allgäu auf die Idee, auf der Hackmesserseite einen Almabtrieb auf die Beine zu stellen. Die in die Tausende gehenden Besucher sahen einen Festzug, der den des Vorjahres in den Schatten stellte: Neben verschiedenen Fußgruppen waren auch viele Tiere dabei. Dazwischen die schuhplattelnden Gaudiburschen aus Großsteinhausen und die Trachtengruppe des TV Höheinöd. Mit den „Schwarzen Husaren“ aus Kleinsteinhausen, den Rodalber Hexen und ihrer „Schbasskabell“ sowie den „Trifelsherolden“ aus Annweiler waren gleich drei Musikgruppen dabei. Auch der Trulber Nachwuchs – Kindergartenkinder, Turnkids und die Sandhasen, die angehenden Straußbuwe – marschierten mit. Angeführt wurde der Zug von der Prominentenkutsche, in der Ortsbürgermeister Jürgen Noll und Verbandsbürgermeisterin Silvia Seebach Platz nahmen. Ganz am Ende des Zuges trabten dann die Hauptdarsteller, die 40 Kühe von Landwirt Thomas Fuchs, die von der Weide in der Willerbach über die Hof- und Brühlstraße in die dort eingerichtete Weide getrieben wurden. Mit dabei auch Kuh Leoni, wie im Vorjahr Hauptakteurin des „Kuhfladenbingos“. Die Besucher mussten aber lange warten, bis klar war, auf welches Bingofeld der siegbringende Kuhfladen fällt, denn noch auf der Weide hatte sich Leoni kurz vor ihrem Einsatz erleichtert. Als es dann endlich so weit war, verrichtete sie ihr Geschäft just auf einer weißen Linie zwischen zwei Feldern. Begonnen hatte die Veranstaltung, die bei freiem Eintritt zwölf Stunden Unterhaltung bot, mit einem Festgottesdienst. Pfarrer Walter Augustin Stephan segnete dabei die mitgebrachten Tiere samt den dazugehörigen Menschen mit der Bruder-Konrad-Reliquie. Gesanglich umrahmt wurde der Gottesdienst von den vereinigten Kirchenchören der Pfarreiengemeinschaft St. Pirminius Eppenbrunn unter Leitung von Corina Wafzig. Verbandschorleiterin Brigitte Cronauer saß am E-Piano und eine Bläsergruppe um den Trulber Musikvereinsvorsitzenden Michael Wafzig spielte auf. Danach wurde gleich auf zwei Bühnen im Wechsel Unterhaltung angeboten. Angefangen bei der Frühschoppenmusik des Musikvereins Trulben bis hin zu den „Pfälzer Musikanten“, die bis in die Nacht für tolle Stimmung sorgten. Bereits am Freitag waren rund 1000 Besucher zu einem Konzert der „Anonymen Gitarristen“ aus Frankenthal gekommen, das der Sportverein veranstaltet hatte. Angesichts des gelungenen und alles andere als üblichen Festprogramms bedankte sich Ortsbürgermeister Noll bei über 120 Helfern. Auch Verbandsbürgermeisterin Seebach war begeistert: Im Gegensatz zu manchem Oktoberfest biete der Almabtrieb Unterhaltung für alle Generationen, bei dem man mit oder ohne Dirndl und Krachlederne mitfeiern könne. (dan)

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