Kultur Südpfalz Üppige Klangpracht

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Mit hochvirtuoser Orgelmusik begann am Samstag in der Landauer Marienkirche der Orgelkonzertzyklus, den dieses Jahr Organisten namhafter Marienkirchen bestreiten. Den Auftakt machte Winfried Bönig aus Köln, seit 2001 Domorganist an der Hohen Domkirche St. Petrus und Maria, also am Kölner Dom.

Bönig, er lehrt auch als Professor an der Kölner Musikhochschule künstlerisches Orgelspiel und Improvisation, wählte das Programm nach eigenen Worten so, dass es der romantischen Disposition der restaurierten Steinmeyer-Orgel entgegenkommt. Und er machte es sich nicht leicht. Was er präsentierte, gehört zur anspruchsvollsten Orgelliteratur und wie er es darbot, erfüllte auch die höchsten Erwartungen. So wurde das erste Konzert in dieser Reihe zu einem erlesenen Kunstgenuss. Den Schwerpunkt legte Bönig auf sinfonische Orgelmusik des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die er kraftvoll-dynamisch, maßvoll-gediegen und klanglich profiliert, dabei stets die Möglichkeiten der Orgel im Auge behaltend, wiedergab. Darüber hinaus beeindruckte er mit virtuosem Spiel und stilistischer Kompetenz. Bereits im ersten Programmpunkt, dem Choral a-Moll aus „Drei Choräle für große Orgel“ von César Franck zeigte sich Bönig als Meister seines Fachs. Behände glitten die Finger über die Tasten und schufen einen eindrucksvollen Gegensatz zu dem ruhig dahinfließenden Choralthema. Von immenser Wirkung waren die klug konzipierte Dynamik mit den gewaltigen Crescendi und die opulenten Farbkontraste der Registrierung. In etwas ruhigere Sphären führten die Stücke von Franz Liszt. In „Abendglocken“ aus der Suite „Weihnachtsbaum“, „Il Penseroso“ (Der Nachdenkliche) und „Canzonetta del Salvator Rosa“ aus „Années de pèlerinage“ (Pilgerjahre), im Original für Klavier komponiert, verband sich verklärte Stimmung mit trauermarschartigen und folkloristischen Rhythmen. Winfried Bönig formte diese Charakterstücke zu romantischer Poesie. Geschickt nutzte er den Klangreichtum der Orgel bei seiner Wiedergabe der Variationen über ein Thema von Händel, die Sarabande aus der Cembalosuite d-Moll, des Orgelvirtuosen und Reger-Schülers Arno Landmann. Majestätisch-erhaben schwang sich das Thema empor. Virtuos wurde es weiterentwickelt und im Ausdruck gesteigert. Brillantes Figurenwerk in hohen Lagen und rauschende Tonkaskaden bewegten sich über seinen markant hervorgehobenen Tönen, rangen um die Vorherrschaft oder verzahnten sich mit ihm. Klangsphären von monumentaler Größe lösten einander ab. Den krönenden Abschluss bildete die d-moll-Chaconne aus der Partita für Violine solo von Bach in der Bearbeitung des deutsch-amerikanischen Orgelvirtuosen Wilhelm Middelschulte. Bönig präsentierte dieses im Original schon virtuose Werk in üppiger Klangvielfalt und fantasievoller Dynamik und brachte mit artikulatorischem Feingefühl dessen exorbitante Architektur auf das Schönste zur Geltung. (wgm)

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