Pferdesport RHEINPFALZ Plus Artikel Woody Wood: Ein Rennpferd mit Tausenden Facebook-Freunden

Woody Wood mit Andrea Ricupa und Besitzer Marc Hübner nach dem Sieg in Dortmund-Wambel im Dezember.
Woody Wood mit Andrea Ricupa und Besitzer Marc Hübner nach dem Sieg in Dortmund-Wambel im Dezember.

Woody Wood ist nicht nur ein Rennpferd. Woody Wood ist ein Social-Media-Star. Am Samstag startet er auf der Galopprennbahn in Mannheim. Unter dem Jubel seiner vielen Fans.

Seit Jahrzehnten hat kein deutsches Rennpferd eine solche Bekanntheit erreicht wie Woody Wood. Der achtjährige Wallach ist längst ein vierbeiniger Social-Media-Star mit knapp 5000 Followern auf Facebook, die er regelmäßig mit originellen Videoclips versorgt.

Hinter Woody Wood steht der positiv verrückte Besitzer Marc Hübner aus Essen, der in Duisburg ein mittelständisches Marketing- und Beratungsunternehmen betreibt. Die Pflege der Fanbeziehungen zahlt sich aus, Woody Wood wird bei jedem Renntag von einer eigenen Anhängerschaft mit lautstarken „Woody, Woody“-Rufen unterstützt. Fans reisen aus ganz Deutschland an. Für den Renntag am Samstag in Mannheim-Seckenheim, wo Woody Wood zum dritten Mal den Badenia-Preis gewinnen will, haben sich beispielsweise Familien aus Hannover angekündigt.

Für jeden Renntag eine besondere Aktion

Der 61-jährige Hübner sagt mit einem Schmunzeln: „Ich bin nur der juristische Besitzer. Woody Wood gehört allen, die ihn unterstützen. Es soll nicht pathetisch klingen: Aber er ist für viele eine Identifikationsfigur mit konstant positiver Botschaft in einer aktuell schwierigen Welt.“

Für jeden Renntag lässt sich Hübner etwas einfallen. Für Mannheim hat er alle Fans aufgefordert, in Woody Woods Rennfarben Pink und Blau zu kommen. Den Dress hatte Hübners damals siebenjährige Tochter Helena am Tablet entworfen.

Die Tochter hat entschieden

Gelingt der Hattrick tatsächlich, will Hübner die etwas steife Siegerehrung im Absattelring abwandeln. Er verspricht allen Fans, dass sie an der Zeremonie teilnehmen dürfen und in einem riesigen Foto verewigt werden.

Dabei begann die Rennkarriere wenig verheißungsvoll. Hübner wollte sich nach mehreren Jahren Abstinenz wieder im Rennsport engagieren, im Gestüt seines Freundes Gregor Baum im Hannover verliebte sich Tochter Helena sofort in Woody Wood: „Papa, den nehmen wir und keinen anderen“. Doch zu Beginn lief Woody Wood meist hinterher.

Bei Anfeuerung läuft Woody noch schneller

Dann aber gab es laut Hübner ein ungeplantes Schlüsselerlebnis: „Auf der Rennbahn war er sofort der Liebling. Deshalb hat ein Arbeiter beim Morgentraining mehrmals laut seinen Namen gerufen. Woody hat die Ohren gespitzt und ist losgelaufen.“ Deshalb gab Hübner beim Iffezheimer Frühjahrsmeeting im Mai 2022 am Bierstand spontan eine Runde aus mit der Bitte, das Pferd doch anschließend mit lauten Anfeuerungsrufen zu unterstützen. Der dunkelbraune Wallach gewann.

Drei Wochen später wiederholte Hübner den Versuch mit 30 Kindern und einer Runde Eis – Woody gewann wieder. Seit dieser Zeit nimmt Hübner die Fans immer wieder mit originellen Aktionen mit ins Boot. Mal verteilt er kleine Fanartikel. In Dortmund gab es Lebkuchenherzen mit dem Pferdenamen aus Zuckerguss. Bei den Rennen auf dem zugefrorenen See in Sankt Moritz wurde sogar eine eigens komponierte Hymne gespielt.

Der kultige Vollblüter hat inzwischen bei zwölf Karrieresiegen und zahlreichen Platzierungen rund 75.000 Euro eingaloppiert. Und wie lange läuft der Achtjährige noch? Hübner: „Er darf sofort in den wohlverdienten Ruhestand, wenn er uns dieses Signal gibt. Doch aktuell hat er noch riesige Lust.“ Seine vielen Facebook-Freunde wird’s freuen.

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