Fußball
Wie Comunio für Amateur-Fußballer: DFB hat Managerspiel veröffentlicht
Einmal wie ein Profifußballer fühlen – für viele Amateure ist das ein Traum. Seit einigen Jahren ist das für einige wenige möglich. Einmal im Jahr, wenn die ARD beim „Finaltag der Amateure“ die Endspiele in den Landes- und Verbandspokalen in einer XXL-Konferenz überträgt. 2026 findet dieser besondere Tag für Amateurklubs, die es bis in dieses Endspiel schaffen, bereits zum elften Mal statt. Eine Premiere gibt es in diesem Jahr allerdings in rein digitaler Form – für alle Feierabend-Kicker. Im Februar verkündete der Deutsche Fußball-Bund nämlich den Start des Amateur-Managerspiels Promateur.
Die App funktioniert wie eine der gängigen im Profifußball, Comunio oder Kickbase. Nutzer können sich ganz einfach virtuell ein Fußballteam zusammenstellen. Dabei können sie aus einem Pool realer Amateurspieler auswählen. Zunächst geht es mit einem zufälligen Kader sowie einem begrenzten Transferbudget los. Verstärkt werden kann das eigene Team, indem Spieler auf dem Transfermarkt ersteigert werden. Der virtuelle Marktwert orientiert sich an den realen Leistungen der Spieler.
Punktabzug bei Eigentor
Trifft das reale Ebenbild zum Beispiel am Wochenende im Ligaspiel, sammelt die digitale Version Punkte und gewinnt an virtuellem Marktwert. Schießt ein Spieler zum Beispiel ein Eigentor, werden Punkte abgezogen. Erhoben werden die Daten über das DFB-Ergebnisportal Fussball.de. In einem Bericht des „Kicker“ heißt es, dass kein Spieler am Ende eines Wochenendes eine negative Punktzahl erhalten könne. So wolle der DFB vermeiden, dass die virtuelle Leistung negativ auf die realen Amateurkicker zurückfalle.
Die Promateur-Manager können entweder in öffentlichen Gruppen gegen Fremde antreten oder sich in geschlossenen Runden mit Freunden messen. Welche Spieler auf dem Transfermarkt zur Verfügung stehen, hängt von der ausgewählten Liga ab, ob man zum Beispiel in der Verbandsliga Südwest oder in der A-Klasse Rhein-Mittelhaardt spielt. „Mit Promateur powered by Fussball.de, dem ersten offiziellen Managerspiel für den Amateurfußball, wird die Faszination des Fußballs von Kreis- bis zur Regionalliga auf eine neue digitale Bühne gehoben“, heißt es in einer Pressemitteilung des DFB.
Widerspruchsmöglichkeit ist vorhanden
Was aber, wenn die realen Amateurkicker keine Lust haben, dass ihr digitales Ebenbild in den Aufstellungen wildfremder Handy-Manager landet? Der DFB stellt auf seiner Webseite zu Promateur die Möglichkeit zur Verfügung, der Erstellung eines virtuellen Ebenbilds für die App zu widersprechen. Da es sich um ein Opt-Out-Verfahren handelt, muss aktiv widersprochen werden. Bis zu diesem Schritt wird die Zustimmung vorausgesetzt.
In den vergangenen Monaten lief die App laut DFB bereits als Pilotprojekt unter anderem in den Fußballverbänden Mittel- und Niederrhein. Laut „Kicker“ hat der DFB im ersten Jahr eine sechsstellige Anzahl Downloads als Ziel. Grundsätzlich ist die App kostenlos. Der DFB bietet aber auch ein Premium-Abo an. Für 2,49 Euro oder 23,99 Euro im Jahr kann zum Beispiel die maximale Kadergröße erhöht oder der Höchstbietende für einen Spieler auf dem Markt eingesehen werden. Bei allem Spielspaß spielt für den Verband also auch das liebe Geld eine Rolle. Laut „Kicker“ hatte bereits 2020 ein Start-up – jetzt in Diensten des DFB – am Projekt gearbeitet. Dann aber kam die Corona-Pandemie dazwischen.
Die App in der Pfalz
In der Pfalz scheint die App aber noch nicht überall angekommen, wie aus verschiedenen Vereinen zu vernehmen war. Der Südwestdeutsche Fußballverband (SWFV) teilt auf Anfrage mit, dass die App Wahrnehmung und Wertschätzung der Akteure, Ligen und Vereine stärkt. Zudem werde die Identifikation mit dem Amateurfußball erhöht, wodurch gerade jüngere Zielgruppen gebunden werden könnten. Vereinen böten sich neue Wege der Kommunikation mit ihren Mitgliedern, etwa durch Social-Media-Postings über Spieltage mit besonders vielen Punkten. Die digitale Sichtbarkeit kann sich auch positiv auf das Engagement in Vereinen auswirken, heißt es seitens des SWFV.