Meinung
Warum Uli Hoeneß Bayern-Sportchef Eberl in Ruhe arbeiten lassen sollte
Hinter dem FC Arsenal steht ein Milliardär aus den USA, Stan Kroenke. Hinter Paris Saint-Germain sogar ein ganzer Staat: Katar. Und hinter der AG des FC Bayern München? Stehen – wie old school – neben dem eingetragenen Verein drei große Sponsoren. Und die teilen sich in der AG nicht mal ein Viertel der Aktienanteile. Fremdsteuerung durch Fremdinvestoren? Nicht mit dem deutschen Fußball-Rekordmeister.
Solcher Trotz dürfte gerade in der Premier League für mildes Lächeln sorgen – auf den ersten Blick sogar zu Recht angesichts von drei englischen Finalisten inklusive zwei Siegern in den drei Europapokalen. Aber wer gesund wirtschaften will, dem ist bewusst: Da wird selbst ein Schwergewicht wie der FC Bayern nicht allzu oft die Chance auf den Gewinn der Champions League bekommen. Auch wenn er diesmal recht nah dran war.
Art und Weise der Kritik befremdet
Passen da jetzt öffentlich – am Tag des DFB-Pokal-Finales (!) – geäußerte Zweifel von Bayern-Patron Uli Hoeneß an Sportvorstand Max Eberl?
Ohne dessen Toptransfers wie Michael Olise oder Luis Díaz sowie die Verpfichtung von Trainer-Glücksgriff Vincent Kompany wäre es doch völlig abwegig, in München überhaupt vom Königsklassentriumph zu träumen.
Ja, dem gegenüber stehen einige zu teure Vertragsverlängerungen (Musiala) und unter Wert verkaufte Spieler (Coman). Nicht jeder Schuss kann treffen. Eine interne Diskussion hätte aber auch gereicht. Letztlich hält Eberl mit seinen Weltklasse-Volltreffern den Traum am Leben. Klar, das kostet. Siehe oben. Kein Milliardär, kein Gas- und Ölstaat. Mit denen mitzuhalten und gleichzeitig Maß halten – dieser Spagat war zu Hoeneß’ Zeiten längst nicht so extrem.