Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Waldhof und Saarbrücken treffen im „kleinen“ Südwestderby aufeinander

Gegen Saarbrücken sind der Waldhof und Seyhan Yigit Favorit.
Gegen Saarbrücken sind der Waldhof und Seyhan Yigit Favorit.

Der 1. FC Saarbrücken ist bei Waldhof Mannheim zu Gast. Im „kleinen“ Südwestderby haben die Klubs dieses Mal die Rollen getauscht.

Es ist das Spiel eins nach dem angekündigten Karriereende nach dieser Saison von Stürmer Terrence Boyd. Die Partie seines SV Waldhof Mannheim gegen den 1. FC Saarbrücken, für die am Freitag 14.000 Tickets, darunter 3500 für Gästefans, verkauft worden waren, hat es in sich.

Die Vorzeichen wenn, FCS am Sonntag (13.30 Uhr) im kleinen Südwestderby beim Waldhof zu Gast ist, sind dieses Mal anders als in den Vorjahren. Während die Mannheimer nach oben in der Tabelle schielen können, müssen die Saarländer aufpassen, nicht ganz in den Abstiegskampf zu rutschen. Damit dies nicht geschieht, haben sie erst vor wenigen Tagen Jürgen Luginger als neuen Trainer präsentiert. Dementsprechend ist Waldhofs Trainer Luc Holtz gewarnt: „Ein neuer Trainer bringt immer neue Ideen, eine neue Philosophie und sicherlich neue Motivation mit. Gegen Essen waren sie nicht schlechter“, betont der Luxemburger zur 2:3-Niederlage des FCS bei der Luginger-Premiere am Wochenende.

Boyd: „Meine Beine haben gezittert“

Der Waldhof kommt nach den zwei jüngsten Siegen mit breiter Brust daher. Nicht nur deswegen hat Boyd, der in den jüngsten drei Ligaspielen vier Treffer erzielte, den Wunsch, einen Dreier einzufahren. „Seitdem ich hier bin, haben wir gegen Saarbrücken nur verloren. Ich will jetzt ein Erfolgserlebnis feiern. Beim Derby muss der Trainer keinen Spieler motivieren“, betonte der 34-Jährige, der im Januar 2024 an den Alsenweg gekommen war. Der vorerst letzte Waldhof-Sieg im kleinen Südwestderby liegt schon gut drei Jahre zurück: Anfang Oktober 2022 gab es einen 1:0-Erfolg.

Im Fokus stand Boyd am Freitag bei den Journalisten aber vor allem wegen seines angekündigten Karriereendes: „Am Tag der Verkündung haben mir vor dem Videodreh die Beine gezittert. Das hatte ich seit Jahren nicht mehr. Das war, wie der eigenen Beerdigung zuzuschauen. Surreal.“ Die Entscheidung habe sich in den vergangenen Wochen und Monaten entwickelt – auch, nachdem er zu Saisonbeginn von Ex-Trainer Dominik Glawogger auf die Tribüne gesetzt worden war. Mit seiner Entscheidung sei er happy: „Wenn ich bis zum Saisonende aber noch 20 Tore schieße, dann müssen wir noch einmal reden“, sagte Boyd, der nach der Saison als Juniorentrainer beim Waldhof bleibt, mit einem Schmunzeln.

Neben den Langzeitverletzten muss Holtz am Samstag auch auf Arianit Ferati verzichten, den eine Muskelverletzung plagt. Hinter dem Einsatz von Stürmer Felix Lohkemper steht weiter ein dickes Fragezeichen. Mit seiner Muskelverletzung war diese Woche nur Einzeltraining möglich.

Saarbrücken mit Manuel Zeitz?

In Saarbrücken zählt „Manus“ Wort wieder was: Der langjährige Kapitän des FCS hat zwar nicht die Binde zurückbekommen, die ihm Alois Schwartz ganz ohne Not – und mit mysteriösen Ausreden von angeblichem Selbstverzicht des Routiniers – zu Rundenbeginn abgenommen hat. Doch Manuel Zeitz braucht diese Insignie nicht, um Gewichtiges in die verbale Waagschale zu werfen. Trainer Schwartz ist weg, der 35 Jahre alte „Fußballgott“ noch immer da.

Oder besser: wieder. Gegen Rot-Weiß Essen hat der Völklinger seine 413. Pflichtpartie für „seinen“ FCS absolviert. „Hunderte werden’s nicht mehr werden. Deshalb freue ich mich über jedes“, sagte er nun. Wortakrobatik, geschliffene Sätze oder bahnbrechende Neuigkeiten aus inneren Klubzirkeln werden Zeitz nie über die Lippen kommen. Eher solche vom Kaliber „egal, ob ich im defensiven Mittelfeld oder in der Innenverteidigung spiele“. Wenn Zeitz intern den Mund aufmacht, klingt das anders. Das weiß auch Interimstrainer Jürgen Luginger, der den bis dato erst zweimal aufgelaufenen, dann zwischen Tribüne und Bank pendelnden Defensivspezialisten in Spiel eins nach Schwartz auflaufen ließ. Ob Zeitz auch gegen Waldhof im Kader steht, ist noch offen. Beim Personal ließ sich der Trainer nicht in die Karten schauen.

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