Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Waldhof schlägt Saarbrücken: Terrence Boyd trifft und trifft und trifft

Matchwinner: Terrence Boyd nach dem Tor zum 2:1.
Matchwinner: Terrence Boyd nach dem Tor zum 2:1.

Mit einem kleinen Bier in der Hand zeigte sich Terrence Boyd nach dem 2:1 des SV Waldhof im kleinen Südwestderby gegen den 1. FC Saarbrücken extrem tiefenentspannt.

Kein Wunder: Der 34-Jährige, der vor wenigen Tagen sein Karriereende zum Saisonende bekannt gegeben hatte, traf im vierten Spiel in Folge und war einmal mehr der Matchwinner bei den Kurpfälzern. Bei seinem Treffer zum 2:1 profitierte er von einem katastrophalen Seitenwechsel-Pass von Florian Pick. Aufgrund der Niederlage vertiefen sich indes die Sorgenfalten bei den Saarländern, die nun mehr seit zehn Spielen in Folge ohne Sieg sind.

„Ich mache seit zehn Jahren halbtags Fußball. Was wäre wohl möglich gewesen, wenn ich das in Vollzeit gemacht hätte?“, sagte Boyd und lachte. Der Erfolg sei sehr schön gewesen, zumal dieser den ersten Derbysieg für ihn gegen Saarbrücken bedeutete. Und es war der erste Sieg gegen die Saarländer seit mehr als drei Jahren: „Der Derbysieg überragt alles. Das hat nichts mit der Tabelle zu tun. Es war eine super geschlossene Mannschaftsleistung“, sagte Boyd.

Elfmeter eiskalt verwandelt

Von Beginn an entwickelte sich eine offene Partie, in der Kennedy Okpala dank eines eiskalt verwandelten Elfmeters nach Handspiel von Calogero Rizzuto die Führung für Mannheim erzielte (12.). Abdouaye Kamara brachte den FCS mit einem 20-Meter-Schuss zurück in die Partie (22.). Zum Jubeln drehte er nach seinem ersten Treffer für die Saarländer vor die Tribüne der Waldhof-Fans ab. Seine Mitspieler wiesen ihn nachdrücklich drauf hin, dass das unschicklich sei. Da waren schon etliche Bierbecher in seine Richtung geflogen.

„Es ist nicht gut, wenn man so früh in Rückstand gerät. Wir haben das aber gut weggesteckt, waren nach dem Ausgleich gut im Spiel und hatten Mannheim im Griff“, sagte Saarbrückens neuer Trainer Jürgen Luginger, der in seinem zweiten Spiel mit dem FCS die zweite Niederlage hinnehmen musste. Auf die Leistung könne die Mannschaft aufbauen, betonte derweil FCS-Kapitän Robin Bormuth: „Die beiden Spiele waren ganz anders als davor. Wir betreiben großen Aufwand, aber der Ertrag stimmt noch nicht“, sagte er. Die Mannschaft hätte vor allem im ersten Durchgang das Spiel dominiert. Er könne der Mannschaft keinen Vorwurf machen.

Für Luginger fehlte das Quäntchen Glück für seine Mannschaft, weil Schiedsrichter Felix Bickel aufgrund eines Stürmerfouls und einer Abseitsstellung zwei Treffern die Anerkennung verweigerte. Auch Waldhofs Trainer Luc Holtz sprach von fehlendem Glück für die Gäste vor mehr als 16.000 Zuschauern im Carl-Benz-Stadion. Doch das war ihm am Ende egal: „Ein Derby spielt man nicht, ein Derby gewinnt man“, sagte er. Und dafür hatte seine Mannschaft vor allem im zweiten Durchgang eine starke Abwehrleistung gezeigt. Der FCS hatte nur wenige Chancen auf den Ausgleich, dann war aber spätestens Torhüter Thijmen Nijhuis zur Stelle.

Keine neuen Ziele

Trotz des dritten Siegs in Folge und einem Schnitt von fast zwei Punkten, seitdem Holtz das Traineramt nach dem zweiten Spieltag übernommen hat, will man noch nicht von neuen Zielen sprechen. „Wir wissen immer noch, woher wir kommen. Die vergangenen zwei Jahre waren nicht so rosig, und es ist jetzt cool, einfach mal ein bisschen aufatmen zu können. Unser Ziel ist es, jedes Spiel zu gewinnen. Wo wir am Ende stehen, werden wir sehen“, sagte Okpala.

Derweil monierte Holtz, dass sich die Mannschaft nicht mit einem weiteren Treffer belohnt hatte. „Wir hätten das dritte Tor machen müssen“, sagte er. Da blickt er wohl vor allem auf den Kopfball von Boyd kurz nach der Pause, als der 34-Jährige aus kurzer Entfernung zum Kopfball angesetzt hatte, doch Saarbrückens Torhüter Philip Menzel reagierte stark.

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