Fußball
Waldhof Mannheim geht sorgenfrei in Richtung Kaderplanung
Im Mittel reichte es für den Tabellenneunten in den vergangenen sechs Spielzeiten zu 40,3 Punkten nach 29 Spielen. In den Runden 2022/23 und 2021/22 (jeweils 48 Punkte) sowie in der Aufstiegssaison 2019/21 (47) stand der Waldhof besser da.
60 Punkte war bisher das Maß aller Dinge für die „Buwe“. Diese erreichten sie in der Saison 2021/22 aufgrund der Insolvenz von Türkgücü München mit lediglich 36 Spielen. Das reichte zu Platz fünf – der bisher besten Platzierung seit der Rückkehr in den Profifußball. Die gleiche Punktzahl erreichte der Waldhof auch eine Saison später. Für einen neuen Punkterekord müsste der Waldhof demnach aus den verbliebenen neun Spielen noch stolze 19 Punkte holen.
Rund ein Dutzend Verträge läuft aus
Jenseits aller Zahlenspielerei muss der Waldhof einen schlagkräftigen Kader für kommende Saison zusammenstellen. Schließlich laufen dem Vernehmen nach rund ein Dutzend Verträge aus – darunter die Arbeitspapiere von Leistungsträgern wie Arianit Ferati, Janne Sietan und Niklas Hoffmann. Dazu gesellen sich Samuel Abifade, Sascha Voelcke, Vincent Thill, Kustrim Asallari, Adama Diakhaby, Emmanuel Iwe und des schon länger aussortierte Rico Benatelli.
Stürmer Terrence Boyd hat Anfang Dezember sein Karriereende angekündigt, obgleich er sich ein Hintertürchen offen hält, wenn er auf 15 Treffer in dieser Saison kommt. Bei aktuell neun Toren steht aber ziemlich sicher fest: Die Schuhe wird er an den Nagel hängen. Dazu steht in den Sternen, ob der Waldhof die Leihe von Sanoussy Ba (Eintracht Braunschweig) und Oluwaseun Ogbemudia (Union Berlin), die beide Stammspieler sind, über diese Runde hinaus verlängert bekommt oder gar einen Transfer zustande bringt.
Rätselraten um Janne Sietan
Sietan wird aktuell mit dem Zweitligisten Karlsruher SC in Verbindung gebracht – auch wenn KSC-Sportdirektor Timon Pauls betont: „Wir haben mit dem Berater intensiv gesprochen. Aber wir haben uns vorerst final dagegen entschieden.“ Das kann auch bedeuten, dass der KSC den Gehaltswunsch von Sietan drücken möchte. Waldhofs Ex-Sport-Geschäftsführer Anthony Loviso hatte im Frühjahr 2025 schon eine langfristige Vertragsverlängerung mit Sietan im Blick. Nach dessen Rauswurf war davon erstmal keine Rede mehr – sicherlich nicht die besten Voraussetzungen, um Sietan doch noch am Alsenweg halten zu können.
Auf Sport-Geschäftsführer Gerhard Zuber kommt also reichlich Arbeit zu – da trifft es sich, dass die Mannschaft ihm schon frühzeitig Planungssicherheit ermöglicht hat. Denn nach dem 1:4 beim VfL Osnabrück dürfte auch für die kühnsten Optimisten der Zug in Richtung Aufstiegsrang abgefahren sein.
Wie gut ist das Netzwerk?
Dazu dürfte das Spielgeld für Ablösesummen knapp bemessen sein. Die 550.000 Euro, die der Waldhof in der Winterpause für Kennedy Okpala vom Zweitligisten SC Paderborn erhalten hat, flossen zu einem Großteil in die Verpflichtung von Lovis Bierschenk (400.000 Euro, FSV Mainz 05). Es wird sich also zeigen müssen, ob Zuber das Netzwerk hat, um eine Mannschaft zusammenzustellen, die dem Wunsch von Waldhof-Boss Bernd Beetz gerecht wird – der Rückkehr in die zweite Bundesliga.