Fußball
Waldhof bei Primus Cottbus nah am Sieg
Bereits zum sechsten Mal in dieser Saison konnten die Kurpfälzer aufgrund einer Hinausstellung ein Spiel nicht vollzählig zu Ende bringen. Dieses Mal erwischte es Janne Sietan mit der Ampelkarte in der Nachspielzeit.
Überhaupt wurde es vor etwas mehr als 10.000 Zuschauern in Cottbus in der Nachspielzeit äußerst trubelig. Nach der Ampelkarte für Sietan musste Waldhofs Torhüter Thijmen Nijhuis in höchster Not gegen Manu aus kurzer Distanz klären. Wenig später stand der Niederländer wieder im Mittelpunkt des Geschehens. Nach einer Ecke wehrte er den Ball erneut ab. Die Frage war nur, ob der Ball dabei die Torlinie überschritten hatte. Dem war nach Meinung von Schiedsrichter Ben Henry Uhrig nicht so.
Aufreibender Höhepunkt
Die Fernsehbilder konnten keinen Aufschluss darüber geben. Nijhuis stand jedenfalls bei seiner Rettungstat deutlich im Tor. Cottbus protestierte, die Cigerci-Brüder Tolcay und Tolga erhielten wegen Meckerns die Gelbe Karte. Uhrig pfiff die Partie lieber schnell ab. Es kam zur Rudelbildung, in dessen Folge Waldhofs Sport-Geschäftsführer Gerhard Zuber unfreiwillig Bekanntschaft mit dem Rasen machte.
Es war der aufreibende Höhepunkt einer Partie, die vor allem im ersten Durchgang gehobenes Drittliga-Niveau bereithielt. Wie schon bei der 0:3-Niederlage im Hinspiel musste der Waldhof dabei durch den Treffer von Henry Rohrig (10.) früh einem Rückstand hinterher laufen, machte seine Sache aber richtig gut.
Mannheim zeigte sich engagiert. Stürmer Felix Lohkemper wurde zwei Mal wegen vermeintlichem Abseits zurückgepfiffen – die Fernsehbilder deuteten eher auf gleiche Höhe hin. Auch Samuel Abifade hatte mehrfach die Chance, den Ball im Tor unterzubringen. Zudem ließen die „Buwe“ im zweiten Durchgang lange für die Cottbusser, bei denen der Ex-Lauterer Timmy Thiele nicht mal auf der Bank saß, nichts zu. Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz hatte den 34-jährigen Stürmer wegen Erfolglosigkeit aus dem Kader gestrichen.
Luc Holtz trauert Sieg hinterher
Ken Wunder also, dass Waldhofs Trainer Luc Holtz dem verpassten Sieg etwas hinterher trauerte: „Das war ein hochklassiges Spiel. Aufgrund der Chancen, die wir uns erspielt haben, hätten wir den Sieg verdient gehabt. Wir waren in der zweiten Hälfte die spielbestimmende Mannschaft“, sagte er. Das kann man durchaus so unterschreiben, wenn man das Spielglück in der Nachspielzeit etwas außer Acht lässt. Kurz nach dem Ausgleich durch einen Sonntagsschuss von Sanoussy Ba aus mehr als 30 Metern (64.) landete ein Schuss des Portugiesen Masca am Pfosten (71.).
Vor der Partie am Freitag beim VfB Stuttgart II (19 Uhr) muss sich Holtz derweil mehr Gedanken um den Kader machen, als ihm lieb sein dürfte. Zu dem dann noch rot-gesperrten Niklas Hoffmann fallen auch Sietan mit der Ampelkarte sowie Lukas Klünter und Terrence Boyd mit der jeweils fünften Gelben Karte aus.