FCK Und täglich grüßt die Protestnote

Gelassen: FCK-Sportdirektor Boris Notzon.
Gelassen: FCK-Sportdirektor Boris Notzon.

Der 1. FC Magdeburg beantragt eine Verlegung des Drittliga-Spiels gegen den 1. FC Kaiserslautern, das am 30. Mai stattfinden soll. Die Roten Teufel bleiben kühl, der DFB kontert. Carl Zeiss Jena muss eine Hoffnung begraben.

Tatsächlich soll am kommenden Samstag in der dritten deutschen Fußball-Liga der Ball wieder rollen. Bis dahin aber werden Tag für Tag Meldungen die Gazetten und deren Internetplattformen fluten; Meldungen, die von Protest künden oder Reaktionen auf selbigen sind. Dieser Samstag macht keine Ausnahme. Betroffen ist auch der 1. FC Kaiserslautern. Und täglich grüßt das Murmeltier.

Der 1. FC Magdeburg hat eine Woche vor dem geplanten Neustart beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) eine Verlegung der Partie gegen die Roten Teufel beantragt. Frühestens am 11. Juni will das Team aus Sachsen-Anhalt in den Spielbetrieb einsteigen. Zudem möchte der Klub „im Sinne einer sportlichen Fairness und annähernden Wettbewerbsgleichheit eine entsprechende Vorbereitungszeit im Mannschaftstraining von mindestens 14 Tagen vor Auftakt seiner Punktspiele erhalten“.

Keine Testkapazitäten?

Grund für die Anträge ist die erste Corona-Testreihe, die laut Vereinsangaben am Freitag nicht durchgeführt werden konnte. Das vom DFB gestellte Labor habe dem Klub mitteilt, dass derzeit alle Testkapazitäten erschöpft seien und frühestens am Montag eine Testreihe stattfinden könne. Somit sei der Neustart für den Verein nicht haltbar. Der DFB hatte den Re-Start für den 30. Mai angesetzt. „Bei allen hinlänglich bekannten Vorbehalten – der 1. FC Magdeburg war und ist für einen Re-Start der Liga bereit, was voraussetzt, dass für alle Klubs zumindest annähernd vergleichbare Startbedingungen gegeben sind“, sagte Geschäftsführer Mario Kallnik. Die Situation sei für den Verein „nicht akzeptabel“.

Sollte der Verlegung nicht zugestimmt werden, scheint der Klub rechtliche Schritte zu erwägen. Der DFB sei „gut beraten“, dem Wunsch nachzukommen, wird Rechtsanwalt Rainer Cherkeh in der Vereinsmitteilung zitiert. Andernfalls würden Einsprüche gegen die Spielwertungen drohen. Dies sei unnötig und schade der gesamten Liga.

„An der Realität vorbei“

Der DFB verwies unterdessen darauf, dass „der 1. FC Magdeburg einen für vergangenen Mittwoch geplanten Termin zur Testung am gleichen Tag kurzfristig ohne Nennung von Gründen abgesagt“ hatte. Auch einem am Freitag gestellten Magdeburger Antrag auf eine Testung am selben Tag wäre das zuständige Labor nachgekommen, wenn der Verein die Proben angeliefert hätte. „Es gibt keinerlei Kapazitätsproblem“, sagte Florian Kainzinger, Berater des DFB für Diagnostik/Tests und gleichzeitig Projektleiter der DFL in diesem Bereich. Zum Teil werde der Eindruck vermittelt, Hygienekonzept und grundsätzlicher Spielplan seien vom Himmel gefallen. Dies ziele „an der Realität vorbei“, sagte Kainzinger.

Seitens des von dem Hick-Hack betroffenen 1. FC Kaiserslautern ist das Bemühen erkennbar, kein Öl ins Feuer zu gießen. Sportdirektor Boris Notzon sagte nur: „Das Spiel wurde vom DFB angesetzt, also gehen wir auch davon aus, dass das Spiel gespielt wird.“ Der FCK möchte am Sonntag das geforderte Quarantänehotel beziehen.

Nachbesserung in Jena kein Thema

Der FC Carl Zeiss Jena darf von der Stadt nicht auf eine Ausnahmegenehmigung zur Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs hoffen. Das machte der Leiter des Krisenstabs der Stadt, Benjamin Koppe, deutlich. Das Gesundheitsamt Jenas habe analysiert, dass diverse Punkte des DFB-Hygienekonzeptes im Ernst-Abbe-Sportfeld nicht umsetzbar seien, sagte der CDU-Politiker. In Thüringen ist die Ausübung von professionellem Mannschaftssport bis zum 5. Juni untersagt. Nachbesserungen am Stadion kämen aufgrund des bald anstehenden Umbaus nicht infrage.

Die Verantwortlichen von Viktoria Köln haben derweil deutliche Kritik an den Umständen der Saisonfortsetzung und am DFB geäußert. Trainer Pavel Dotchev stört vor allem die Belastung, die auf die Spieler zukomme: „Elf Spiele in 30 Tagen – das wird absolutes Roulette.“