Eishockey
Tom Kühnhackl erlöst die Adler-Fans
Tom Kühnhackl erlöste die Adler-Fans nach acht Minuten in der Verlängerung. Er stocherte zwei, drei Mal nach und letztlich landete die Scheibe hinter Münchens Torhüter Mathias Niederberger im Netz. Zufrieden war der Siegtorschütze damit nur bedingt: „Wir wollten von Anfang an Vollgas geben. Das ist uns heute nicht gelungen“, sagte er.
Umso besser, dass dabei trotzdem ein Sieg heraussprang. „Wir müssen in allen Belangen besser werden“, forderte er von sich und seinen Nebenleuten. Insgesamt stimmte er seinem Mannschaftskapitän Marc Michaelis zu: „Das wird eine ganz enge Serie.“
Ausgerechnet ein Verteidiger
Ausgerechnet Verteidiger Nick Cicek eröffnete vor 13.148 Besuchern in der SAP-Arena das Toreschießen. Mit drei Treffern im Laufe der Saison war der 24-Jährige bislang noch nicht als Torjäger aufgefallen. In der siebten Minute veredelte er aber die Vorlage von Kris Bennett unhaltbar.
In einem intensiven aber an Höhepunkten armen Auftaktdrittel hätte zuvor schon Yannick Proske die Adler in Führung bringen können, aber seinen Abschluss nach toller Kombination konnte Keeper Mathias Niederberger noch parieren (6.). „Es ist immer schön, zu treffen, und noch schöner, wenn es das erste Tor ist“, kommentierte Cicek den Führungstreffer, der zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient war: „Wir haben dafür gebrannt“, betonte er. Cicek verriet auch das weitere Vorgehen: „Wir wollen vor dem eigenen Tor hart arbeiten und so viel Zeit wie möglich im gegnerischen Drittel verbringen.“
Trainer Eakins liegt richtig
Ausgezahlt hatte sich beim Führungstreffer außerdem schon die Entscheidung von Trainer Dallas Eakins. Bennett und Daniel Fischbuch hatten sich die beiden verbliebenen Plätze im Kader gesichert. Jordan Szwarz und Austin Ortega saßen zum Start der Viertelfinal-Serie auf der Tribüne.
Was den Adlern allerdings fehlte war ein Spieler wie Markus Eisenschmid. Bis 2023 traf der Überzahlspezialist in schöner Regelmäßigkeit für die Adler. Gestern war er für die Münchner zur Stelle, markierte den 1:1-Ausgleich (25.), natürlich mit einem Spieler mehr auf dem Eis. Da strahlten die Münchner deutlich mehr Gefahr aus als die Mannheimer, die bei ihren Gelegenheiten viel zu selten den knackigen Abschluss suchten, lieber den vermeintlich besser postierten Nebenmann anspielten, bis die Chance dahin war. Folgerichtig ging es mit einem Remis in die zweite Pause, weil sich einerseits Arno Tiefensee einfach nicht mehr bezwingen ließ und andererseits die Schussgelegenheiten der Adler immer wieder abgeblockt wurden oder haarscharf am Tor vorbei gingen – wie der Versuch von Kapitän Marc Michaelis (33.).
Chancen nicht genutzt
So stand es auch nach 60 Minuten 1:1, weil Kristian Reichel (41.), Michaelis (51.) und auch Markus Hännikäinen (54.) ihre Chancen nach Münchner Fehlern nicht verwandelten. Auf der anderen Seite parierte Torhüter Tiefensee gegen den mutterseelenallein vor ihm aufgetauchten Maxi Kastner (56.).
In der Verlängerung bemühten sich beide Mannschaften spürbar, zunächst einmal Fehler zu vermeiden. Trotzdem gab es Chancen auf beiden Seiten. Filip Varejcka verpasste bei freier Schussbahn die Scheibe (63.), Tiefensee rettete gegen William Riedell (65.). Der Boden war bereitet für Kühnhackls Siegtreffer und einen Schrei der Erleichterung folgte aus 13.000 Kehlen.
Weiter geht es mit Spiel zwei am Mittwoch, 19.30 Uhr, im SAP Garden, München.