Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Terrence Boyd grübelt: Doch noch kein Karriereende?

Terrence Boyd (Mitte) jubelt wild nach seinem Tor zum 1:1.
Terrence Boyd (Mitte) jubelt wild nach seinem Tor zum 1:1.

Dank eines Doppelpacks des ehemaligen Kaiserslauterers innerhalb von fünf Minuten hat der SV Waldhof 2:1 (0:1) gegen Alemannia Aachen gewonnen.

Nach seinen Saisontreffern acht und neun kommt der 35-jährige Boyd möglicherweise ins Grübeln, ob er wirklich nach dem Ende der Saison seine Karriere beenden wird.

„Das musst du den Gerhard Zuber fragen, mehr kann ich dazu nicht sagen“, sagte Boyd nach der hitzigen Partie, in der es zur Pause eine Rudelbildung gab. Nach dieser erhielten der von Boyd angesprochene Sport-Geschäftsführer des Waldhofs genauso wie Aachens Trainer Mersad Selimbegovic die Rote Karte. „Bei 15 Toren müssen wir uns noch einmal Gedanken machen, hat er gesagt. Aber ich spiele auch nur noch 30 Minuten am Stück“, ergänzte Boyd.

„Man muss irgendwie mal gucken“

Er könne mit seiner Entscheidung, die Fußballschuhe bald an den berühmten Nagel zu hängen, aber nach wie vor sehr gut leben: „Ich bin damit cool. Sollte es aber dazu kommen, dass ich noch ein Jahr dranhängen kann, dann wäre ich ja doof, wenn ich Nein sagen würde. Man muss irgendwie mal gucken“, sagte Boyd. Seinen ersten Treffer erzielte er mit einem satten Schuss aus kurzer Entfernung (51.), als er Aachens Torhüter Manuel Riemann auf dem falschen Fuß erwischte. Bei seinem zweiten Treffer köpfte er nach einer Flanke von Arianit Ferati den Ball ins Tor (56.).

Dass die Fans ein gutes Gespür dafür haben, zu was der Ex-Lauterer nach wie vor fähig ist, zeigte sich kurz vor der Pause. Da trabte Boyd zur Mittellinie, um für den am Rücken angeschlagenen Felix Lohkemper auf den Platz zu kommen. Bis zu seiner Einwechslung war das Spiel des Waldhofs in der Offensive noch nicht wirklich zwingend gewesen.

Boyd bei den Fans auf dem Zaun.
Boyd bei den Fans auf dem Zaun.

Mit seiner Einwechslung und den Hereinnahmen von Samuel Abifade und Lovis Bierschenk nach der Pause zog der Waldhof seine Offensivbemühungen kräftig an – und zwar so sehr, dass sich Trainer Luc Holtz ärgerte, weil seine Elf die Partie nicht früher entschied. Dafür hatten mehrfach Boyd und Bierschenk die Möglichkeit. Dazu traf Diego Michel in der Nachspielzeit nur den Pfosten. So war die Alemannia nach dem Führungstreffer von Mika Schroers (10.) ihrem zweiten Tor immer mal wieder nahe.

Holtz sprach nach dem Sieg davon, einen guten Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht zu haben. Mit 39 Punkten hat der Waldhof nun satte 15 Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Dennoch will der Trainer angesichts von so schwachen Leistungen wie beim 1:3 in der Vorwoche beim VfB Stuttgart nicht von anderen Zielen sprechen. „Das war jetzt ein guter Start in die Englische Woche. Hoffentlich nehmen wir das Momentum mit. Ein Heimsieg tut immer gut“, sagte Boyd. Weiter geht es bereits am Mittwoch: Dann muss der SV Waldhof bei Rot-Weiss Essen antreten (19 Uhr).

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