Fußball
SV Waldhof: So erklärt Terrence Boyd seinen Sinneswandel
Das gab der 35-Jährige vor der ebenso deutlichen wie verdienten 1:4-Niederlage des Fußball-Drittligisten gegen den MSV Duisburg am Samstag bekannt. Ihm sei schon bewusst, dass er in der kommenden Runde wohl eher die Ersatzbank drücken und als Joker eingesetzt werden wird. Doch damit habe er keine Probleme.
Kader wird besser
„Ich möchte miterleben, wie wir hier noch weiter vorankommen. Es ist schön, dass eine Entwicklung zu sehen ist – auch von der Infrastruktur her. Der Kader wird von Jahr zu Jahr besser“, sagte Boyd, der Anfang 2025 vom FCK nach Mannheim gekommen war, um die Kurpfälzer mit seinen Toren vor dem drohenden Abstieg in die Regionalliga zu bewahren.
Bekanntlich vertrieb der Waldhof in den vergangenen beiden Runden das Abstiegsgespenst nur mühsam. In diesem Jahr hat der Deutsch-Amerikaner bereits zehn Tore im Ligabetrieb für Mannheim erzielt, dazu kommen bisher elf Tore im Verbandspokal – und hat damit dafür gesorgt, dass der Waldhof in dieser Saison keine Abstiegssorgen hat. Sein Job als Trainer beim Nachwuchs muss warten.
Greift Waldhof an?
Die vielen Tore waren es schließlich, die Boyd zum Umdenken brachten, nachdem er nach einer eher ruhigen Hinrunde im Dezember des vergangenen Jahres verkündet hatte, dass für ihn zum Ende dieser Saison Schicht sei. „Ich weiß es nicht, aber vielleicht greifen wir kommendes Jahr mal etwas weiter oben an“, sagte Boyd. Aktuell liegt Waldhof auf dem gesicherten elften Tabellenplatz – nach oben wie nach unten geht nicht mehr allzu viel. „Der Trend geht in die richtige Richtung, und vielleicht haben wir die Chance im Sommer etwas aufzubauen. Das schaue im mir dann von der Bank an“, sagte Boyd mit einem Schmunzeln auf den Lippen.
Klar sei, dass zur neuen Saison Verstärkungen für den Sturm kommen würden. „Dann fange ich ganz unten in der Nahrungskette an. Es ist mir klar, dass ich nicht als Stürmer Nummer eins in die Saison gehen werde. Ich mache das kommende Saison mindestens halbtags und bin immer noch für Tore gut“, erklärte Boyd. Er sei jetzt kein 25-Jähriger mehr, der seinem Sturmkollegen keine Tore gönnt: „So ist das doch normal in diesem Geschäft, weil der ja deinen Platz wegnimmt.“ Er harmoniere zudem gut mit Sturmpartner Felix Lohkemper: „In meinem Alter gibt es keinen Neid mehr. Ich habe mich über seinen Hattrick im Spiel gegen Havelse gefreut, als wenn es mein eigener gewesen wäre“, betonte Boyd.
Lohkemper lobt den Routinier
Lohkemper gibt dies postwendend zurück. „Zu Terrence braucht man gar nicht viel zu sagen. Man hat in dieser Saison gemerkt, wie er Blut geleckt hat und dass er es noch drauf haut“, sagte der 31-Jährige. So einen Spielertyp wie Boyd ihn verkörpere, gebe es nicht mehr so oft: „Er kann in jedem Spiel noch einmal ein Feuer entfachen. Auch in der Kabine geht er als Leader schon voran“, hebt der 15-Tore-Mann die Bedeutung Boyds für die Mannschaft hervor. Sein Sturmpartner sei auch für jüngere Spieler ein großer Mehrwert.
Einer dieser jungen Spieler ist etwa Lovis Bierschenk, den der Waldhof im Winter für eine Ablösesumme in Höhe von 400.000 Euro vom 1. FSV Mainz 05 II an den Alsenweg lotste und in den vergangenen Wochen mit guten Leistungen und vor allem mit Toren auf sich aufmerksam gemacht hat. „Terrence ist ein enormer Teamplayer. Ich kann noch viel von ihm lernen. Er unterstützt mich und auch die anderen jungen Spieler. Ich freue mich mega, dass er noch ein Jahr dranhängt“, sagte der 20-Jährige.