Fußball
SV Waldhof Mannheim schadet erneut seinem Image
Schon bei der fristlosen Kündigung von Stürmer Kennedy Okpala im Dezember vergangenen Jahres, der für eine festgeschriebene Ablösesumme von 500.000 Euro zum Zweitligisten SC Paderborn wechseln wollte, war die Außendarstellung des Fußball-Drittligisten Waldhof Mannheim nicht ideal. Damals hatte der Verein die von Okpala gezogene Ausstiegsklausel nicht akzeptieren wollen, musste aber kleinbeigeben.
Das Tischtuch scheint also so sehr zerschnitten zu sein, dass der Waldhof zu dieser Maßnahme griff. Lohkemper, mit 16 Toren Waldhofs bester Torschütze in der Liga, zeigte sich nach dem 2:2 gegen Schlusslicht 1. FC Schweinfurt 05 angefressen und äußerte Kritik an Trainer Luc Holtz: „Das ist nicht eine Sache der Verteidiger. Das ist eine allgemeine Sache. Wir reden über Mentalität, aber es gehört auch die Taktik dazu – es ist nicht immer nur Kratzen, Beißen und Kämpfen. Das ist mir zu leicht gedacht“, sagte er angesichts der vielen Gegentore. „Reisende sollte man nicht aufhalten. Wenn er weg möchte, findet man eine Lösung – dazu gehört ein wirtschaftlicher Aspekt“, sagte Sport-Geschäftsführer Gerhard Zuber.
Holtz: Auf Spieler konzentrieren, die bleiben
Holtz betonte am Freitag vor dem Heimspiel am Samstag gegen Jahn Regensburg (16.30 Uhr), dass das Thema schon seit zehn Tagen geschwelt habe. „Man hat eine gewisse Enttäuschung oder Unzufriedenheit bei ihm gemerkt, die sich in de nachfolgenden Tagen gezeigt hat“, sagte er. Daher wollte sich der Verein in den restlichen drei Parteien der Saison auf die Spieler konzentrieren, die in der kommenden Runde noch beim Waldhof seien. „Die Äußerungen, die er vor 14 Tagen nach dem Spiel gegen Schweinfurt in der Presse gemacht hat, egal ob zur Taktik, Kaderplanung oder Vereinsführung, waren grenzwertig.“ Keiner sei größer als der Verein.
Derweil bestätigt Anthony Loviso, Koordinator Sport beim SV Sandhausen, das Interesse an dem 31-Jährigen: „Mal schauen, ob wir das mit dem Waldhof hinbekommen“, sagt Loviso, der bis April 2025 Sportlicher Leiter beim Waldhof war und Lohkemper vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg an den Alsenweg gelotst hatte.
Klassenverbleib war selten so einfach
Schon im Sommer 2025 hatte Lohkemper mit einem Wechsel geliebäugelt, dann aber für zwei Jahren in Mannheim unterzeichnet. Er wolle helfen, dass der Waldhof nach zwei Jahren im Abstiegskampf den nächsten Schritt in Richtung zweite Bundesliga gehen kann. Wie groß dieser in der kommende Woche endenden Saison ist, ist ambivalent zu sehen. Auf der einen Seite hat der Waldhof seit Wochen den Klassenverbleib sicher, auf der anderen Seite hat der TSV Havelse auf dem ersten Abstiegsplatz elf Punkte weniger als vor einem Jahr der VfB Stuttgart II, so dass der Ligaverbleib in diesem Jahr deutlich leichter ist.
So herrscht wieder Unruhe in Mannheim – und das zwei Wochen vor einem der wichtigsten Spiele in der jüngeren Vergangenheit. Im Verbandspokal-Finale am Samstag, 23. Mai, gegen den Stadtrivalen VfR Mannheim kann sich der Waldhof mit zum ersten Mal seit 2022 wieder für den DFB-Pokal qualifizieren.