Handball
SV 64 Zweibrücken und VTZ Saarpfalz raufen sich zusammen
In der neuen Spielgemeinschaft werden unter dem Namen SG SV 64/VT Zweibrücken werden alle aktiven und Jugendmannschaften zusammengefasst. Nach derzeitigem Stand umfasst die neue Konstruktion 26 Teams (sieben mit Erwachsenen und 17 mit Jugendlichen). Die weibliche A- und B-Jugend ging bereits in der laufenden Spielzeit als Spielgemeinschaft an den Start. Die Vereine SV 64 Zweibrücken und VTZ Saarpfalz bleiben darüber hinaus eigenständig bestehen.
Mit der neuen Spielgemeinschaft endet nach fast 60 Jahren eine Rivalität in der westpfälzischen Stadt, die mit der Gründung des SV 64 im Jahr 1964 begann. Damals hatten sich die 64er dem Handball-Verband Saar angeschlossen. Die VT Zweibrücken war dagegen seit jeher im Pfälzer Handball-Verband auf Torejagd. Man ging sich also in der Punkterunde aus dem Weg – und traf erst ab den 1980er bis Ende der 90er-Jahre einmal im Jahr beim Dreikönigsturnier des SV 64 im Januar aufeinander. Das waren damals meist erbitterte Duelle. Wer sagt, dass sich die beiden Vereine zu der Zeit spinnefeind waren, liegt nicht daneben.
SV 64 holt ab Jahrtausendwende auf
Die VTZ war aber der deutlich größere Verein und von daher auch der Platzhirsch in Zweibrücken. Bereits in den 1960er brachen aus der Westpfalz etliche Spieler ins Saarland auf, um beim TuS Neunkirchen Bundesliga-Handball zu spielen. In den 1980ern kam mit National- und Bundesligaspieler Hans Jürgen Müller (TV Großwallstadt, SG Wallau-Massenheim) ein weiterer Exportschlager hinzu. Vom SV 64 ging Harry Keller in die weite Handballwelt, wurde 1981 mit dem TuS Nettelstedt Europapokalsieger. Im Jahr 1999 wechselte die VTZ, nun als VTZ Saarpfalz, ebenfalls in den Saar-Verband.
Um die Jahrtausendwende holten die kleinen 64er, die sich heute SV-Löwen nennen, dann auf. Gestützt auf ein neues Jugendkonzept und mit Stefan Bullacher als Trainer, der sein Hobby zum Beruf machte, stiegen die 64er bis in die Oberliga auf. Am 11. Oktober 2000 kam es vor rund 1000 Zuschauern in der Westpfalzhalle zum ersten Stadtderby um Punkte, die VTZ siegte klar. Das nächste Duell stand dann erst wieder im Jahr 2010 an.
Bundesliga- und Nationalspieler hervorgebracht
Besagtes SV-Konzept trug Früchte, jahrelang spielte der SV 64 auch in der A-Jugend-Bundesliga. Der Klub brachte Bundesliga-Spieler wie Jerome Müller (TVB Stuttgart, früher Eulen Ludwigshafen), Björn Zintel (ASV Hamm), Nationalspielerin Amelie Berger (HSG Bensheim-Auerbach) oder Marc-Robin Eisel (Eulen Ludwigshafen) hervor. Beide Zweibrücker Vereine spielten als Saarpokalsieger auch im DHB-Pokal, qualifizierten sich für die Dritte Liga, allerdings nie in der gleichen Saison. Und auf Dauer halten konnte sich keiner der Klubs. Zurzeit ist der SV 64 in der Oberliga Dritter hinter dem designierten Meister TV Homburg, die VTZ liegt abstiegsbedroht auf Rang 13.
Nun bündeln die Vereine zur neuen Saison ihre Kräfte. Seit Beginn des Jahres saßen zwei vierköpfige Delegationen zusammen. Es musste schnell gehen, am 31. März ist Meldeschluss für die überregionalen Mannschaften. Und im Gegensatz zu einem zarten Vorstoß im Jahr 2009 klappte es diesmal mit der Zusammenarbeit. Das erklärte gemeinsame Ziel: Handballtalente aus der Region auszubilden, zu fördern und an das Leistungsniveau der Dritten Liga heranzuführen.