FCK RHEINPFALZ Plus Artikel Siegtreffer gegen Verl: Ritters tolles Solo entzückt das Kollektiv

Die Krönung: Marlon Ritter schließt ein famoses Solo mit einem Linksschuss ab. Der Ball flutscht dem Verler Torhüter Thiede durc
Die Krönung: Marlon Ritter schließt ein famoses Solo mit einem Linksschuss ab. Der Ball flutscht dem Verler Torhüter Thiede durch die Beine. Das 2:1 für den FCK.

Dem Mittelfeldspieler des Fußball-Drittliga-Zweiten 1. FC Kaiserslautern gelingt das entscheidende Traumtor. Der anfangs schwache FCK dreht die Heimpartie gegen den forschen Außenseiter SC Verl und gewinnt noch 2:1.

Es war dieser eine ganz besondere Moment im Fritz-Walter-Stadion an jenem sonnigen Februar-Nachmittag. Mittelfeldspieler Marlon Ritter nahm nach einem Fehlpass den Ball gekonnt mit und gab ihn nicht mehr her. Sein Solo mündete mit einem Traumtor – der Siegtreffer zum 2:1 (1:1) für den Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern gegen den abstiegsbedrohten SC Verl. Nach Leandro Putaros Führungstreffer für Verl (14.) und Alexander Winklers Ausgleich (36.) folgte Ritters Lauf ins Lauterer Glück (77.). Der FCK bleibt Zweiter und 13 Mal in Serie ungeschlagen.

Götze hat erst Glück und patzt dann beim 0:1

Bei den Lauterern musste Winterneuzugang Terrence Boyd kurzfristig coronabedingt passen. Für ihn rückte Daniel Hanslik in die Spitze und zurück in die Startelf. Mittelfeldspieler Felix Götze, immer wieder von Verletzungen geplagt, hatte dagegen Glück im Unglück. Der 24-Jährige, jüngst beim 0:0 beim SV Waldhof ausgewechselt, konnte von Anfang an spielen. Allerdings sah Götze, von Trainer Marco Antwerpen anstelle des gelbgesperrten Boris Tomiak rechts in der Dreierabwehrkette aufgeboten, beim 0:1 (14.) alles andere als glücklich aus. Er ließ sich von dem nach einem Vertikalpass Tom Baacks auf ihn zulaufenden Leandro Putaro düpieren. Mit einer Körpertäuschung schüttelte der SCV-Stürmer Götze allzuleicht ab und vollstreckte zur Verler Führung.

Mit Wut im Bauch

Kurz darauf hätte Götze mit Wut im Bauch fast das 1:1 erzielt, sein Kopfball nach Mike Wunderlichs Ecke aber ging über das Tor (20.). Ein Eckball von der anderen Seite führte zum 1:1 (36.). Der aufgerückte FCK-Innenverteidiger Alexander Winkler verlängerte den von Hendrick Zuck servierten Ball mit dem Hinterkopf ins Tor. Es war Winklers erstes Tor für den FCK.

Zwischen den beiden Treffern hatten die im ersten Auftritt unter Trainer Michél Kniat mutig und offensiv im 4-3-3 spielenden Verler die Riesenchance zum 2:0. FCK-Torwart Matheo Raab, der unter der Woche offen ließ, ob er über den Sommer hinaus in Kaiserslautern bleibt, parierte glänzend. Kasim Rabihic konnte den Ball aber auch nicht gut genug platzieren (23.). „Bitter, dass wir da nicht das 2:0 machen“, sagte Kniat. Glück für den FCK.

Antwerpens Umstellung fruchtet

Oben auf der Tribüne verfolgten Thomas Schmitt, der Produzent des Deutschpopsängers Mark Forster, mit Jakob Lundt, ebenfalls Produzent, aus dem gemeinsamen Podcast „Baywatch Berlin“ die Partie. Sie sind auf dem Weg in Schmitts saarländische Heimat. Dort wollen sie bei einer Krötenwanderung selbige Tierchen über die Straße tragen. Klaas Heufer-Umlauf stößt dazu – „Baywatch Berlin“ wird auf dem Laufenden halten.

Auf dem Rasen instruierte FCK-Co-Trainer Frank Döpper in der Pause Hikmet Ciftci. Er kam für René Klingenburg, um der rechten Seite und der lange wackligen Defensive mehr Stabilität zu verleihen. Ciftci übernahm rechts in der Dreierabwehrkette für Götze, der nach vorne rückte. „Wir hatten in der ersten Halbzeit viel zu wenig Bewegung, Mut, Leidenschaft“, sagte FCK-Trainer Antwerpen. Von der rechten Halbposition im Mittelfeld aus vermochte Götze dem Spiel deutlich mehr Impulse zu verleihen.

Allerdings vergab er aus rund sieben Metern freistehend eine Top-Gelegenheit (56.). Dann fabrizierte der Mutterstadter bei Verl, Luca Stellwagen, einen Rückpass, der fast zum Eigentor geriet, Schlussmann Niclas Thiede rettete (60.). Stellwagen war auch der Ausgangspunkt zum 2:1. Ihm unterlief ein gravierender Fehlpass in der Vorwärtsbewegung. Ritter übernahm den Ball – und war nicht mehr zu stoppen, krönte sein Klasse-Solo mit dem 2:1 (77.). „Ich habe viel Grün vor mir, irgendwann sehe ich das Tor, und dann muss man auch einfach mal schießen“, sagte der Matchwinner, „auch wenn es mit links ist.“

So spielten sie

1. FC Kaiserslautern: Raab - Götze, Kraus, Winkler - Hercher (81. Schad), Zuck - Ritter - Klingenburg (46. Ciftci), Wunderlich (81. Niehues) - Redondo (62. Kiprit) - Hanslik

SC Verl: Thiede - Lannert, Berzel (71. Lach), Pernot, Stellwagen - Corboz, Sapina, Baack (86. Schwermann) - Rabihic (81. Petkov), Akono (86. Berlinski), Putaro

Tore: 0:1 Putaro (14.), 1:1 Winkler (36.), 2:1 Ritter (77.) - Gelbe Karten: Kraus (4) - Berzel (4), Corboz (5) - Beste Spieler: Ritter, Zuck, Winkler - Putaro, Baack - Zuschauer: 17.821 - Schiedsrichter: Fritz (Korb).

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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