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Seahawks fordern Patriots im Super Bowl 60: „Beste Leistung im wichtigsten Moment“
Natürlich richteten die Fernsehkameras ihren Blick auch auf Marshawn Lynch. Der frühere Runningback der Seattle Seahawks, Spitzname „Beastmode“, war zu Gast in seinem ehemaligen Stadion und freute sich über den 31:27-Sieg im Halbfinale der National Football League (NFL) gegen die Los Angeles Rams. Und nun, da klar ist, dass die Seahawks im 60. Super Bowl gegen die New England Patriots spielen, dürfte Lynchs Geschichte in den kommenden beiden Wochen noch ein ums andere Mal erzählt werden – oder besser: die Geschichte, die der 39-Jährige nicht schreiben durfte.
Denn seine Fähigkeit, die Gegner einfach beiseite zu räumen, wenn er mit dem Ball loslief, hätte es gebraucht, als die Seahawks im Februar 2015 zuletzt im Super Bowl standen. Der Gegner damals: die Patriots. Kurz vor Schluss lag Seattle 24:28 zurück, der Ball befand sich unmittelbar vor der gegnerischen Endzone. Ein paar Schritte von Lynch zum Touchdown hätten den Sieg bedeutet. Doch der Trainer entschied sich gegen einen Lauf und es kam, wie es kommen musste: Ein Verteidiger fing den Pass von Quarterback Russell Wilson ab.
Die Liga liebt solche Geschichten
Dass es nun zur Neuauflage des Finals kommt, dürfte ganz im Interesse der NFL sein. Die Liga liebt es, wenn der Sport solche Geschichten schreibt. Zumal vor der Saison kaum einer mit dieser Paarung gerechnet haben dürfte. Weder die Seahawks noch die Patriots, die im anderen Halbfinale die Denver Broncos 10:7 schlugen, galten als Top-Team.
Der Rekordsieger der NFL mit sechs Super-Bowl-Triumphen schloss die vergangenen beiden Spielzeiten jeweils mit vier Siegen und 13 Niederlagen ab. Nun hat die Mannschaft um Quarterback Drake Maye 16 ihrer zurückliegenden 17 Spiele gewonnen. Besitzer Robert Kraft sagte zu seinen Spielern: „Ihr habt das Unerwartete geschafft. Das Team und die Coaches waren die einzigen, die daran geglaubt haben.“ Cheftrainer Mike Vrabel stand mit den Patriots viermal im Finale. Nun könnte er der erste sein, der als Spieler und Coach mit demselben Klub den Super Bowl gewinnt.
Lob von Tom Brady
Trotzdem sind die Patriots in der Nacht zum 9. Februar deutscher Zeit gegen die Seahawks in Santa Clara in der Außenseiterrolle. Seattle brilliert die gesamte Saison über mit der Defensive, die bei Ballgewinnen die meisten Punkte erzielt. Gegen die Rams zeigte das Team nun, dass es auch bei offensiv geprägten Spielen mithalten kann. Quarterback Sam Darnold, in seinem achten Profijahr beim fünften Verein, bediente seine Angreifer mit Pässen über 346 Yards.
„Die beste Leistung des Lebens im wichtigsten Moment“, attestierte ihm Tom Brady. Der frühere Patriots-Quarterback war beim Sieg der Seahawks TV-Experte. Im Finale beider Klubs stand er 2015 beim entscheidenden Spielzug an der Seitenlinie und musste zusehen. Dann sprang er jubelnd immer wieder auf und ab.
