1. FC Kaiserslautern
Schwarz-Gelber Partyschreck: Dortmund II siegt auf dem Betzenberg
Schon zwei Stunden vor dem Spiel war rund um den Betzenberg der Teufel los. 48.416 Zuschauer bevölkerten das Fritz-Walter-Stadion und seine Umgebung. Die allermeisten von ihnen, nur wenige Dutzend Anhänger von Borussia Dortmund II waren angereist, waren nach dem Schlusspfiff weniger euphorisch denn trotzig gestimmt: Schwarz-Gelb gab den Partyschreck, gewann völlig verdient mit 3:1 (1:0) beim 1. FC Kaiserslautern. Die Lauterer haben damit im Aufstiegsrennen der dritten Fußball-Liga Boden verloren. Am Freitag hatte Braunschweig 2:1 gegen Magdeburg obsiegt und hat als Zweiter jetzt einen Punkt Vorsprung vor dem FCK auf Relegationsrang drei. Die Eintracht spielt in Meppen und gegen Viktoria Köln, kann den direkten Aufstiegsrang sichern. Die Lauterer haben nur noch die Partie am 8. Mai in Köln.
Nach dem stimmungsvollen Prolog der Fans samt beeindruckender Choreographie hatte der FCK zunächst Glück. Der in der Abwehr für Max Hippe ins Team gekommene René Klingenburg, sonst bester Lauterer an diesem Nachmittag, foulte den umtriebigen, dribbelstarken Justin Njinmah. Schiedsrichter Harm Osmers hätte Elfmeter für Dortmund entscheiden können. Tat er aber nicht.
Lauterer lassen sich aushebeln
Dem Klasse-Entrée durch die Fans folgte auf dem Rasen aus FCK-Sicht Enttäuschendes. Ein ums andere Mal ließen sich die Lauterer auf beiden Flügeln von den spielstarken BVB-Talenten aushebeln, da sahen Boris Tomiak rechts und Hendrick Zuck links schlecht aus. FCK-Trainer Marco Antwerpen bemängelte, dass „wir in der Defensive nicht mehr die Griffigkeit haben“. Die einst so sattelfeste Abwehr quittierte fünf Gegentreffer in den jüngsten beiden Partien.
Im Gegensatz zu den fidelen Fußballtalenten in Schwarz-Gelb wirkten die Roten Teufel phlegmatisch und einfallslos. Die einzige echte FCK-Chance der ersten Hälfte hatte Daniel Hanslik per Kopf – bezeichnenderweise nach einem ruhenden Ball: Nach Ecke Mike Wunderlichs war BVB-Torwart Luca Unbehaun aber auf dem Posten (26.). So lief das Spiel schnell für Schwarz-Gelb. Eines dieser beachtlichen Dortmunder Dribblings leitete das 1:0 ein. Christian Viet tanzte auf der rechten BVB-Seite drei Lauterer aus, in der Mitte war Bradley Fink frei genug, zu vollstrecken (32.).
Jokertor erst in der Nachspielzeit
Mit Beginn der zweiten Hälfte brachte Antwerpen mit den flinken Kenny Prince Redondo und Neal Gibs mehr Geschwindigkeit ins Spiel – dringend nötig. Allerdings ging spätestens mit der Auswechslung Boris Tomiaks und Marlon Ritters auch Struktur flöten. Das 2:0 fiel nach einer Ecke, die FCK-Torwart Matheo Raab nicht nachhaltig klären konnte, der bärenstarke Justin Njinmah staubte ab (48.). Als die Lauterer aufmachten, ohne zu Großchancen zu kommen, nutzte Immanuel Pherai den Raum zum 3:0 (81.). Das 3:1 durch Joker Felix Götze kam viel zu spät (90. +3). So bekam FCK-Urgestein Wolfgang „Wolle“ Wittich, seit Jahrzehnten Zeugwart, zum Abschied keinen Sieg, aber immerhin tolle Atmosphäre.
So spielten sie
1. FC Kaiserslautern:
Raab (Note 3) - Tomiak (4; 54. Schad 4), Klingenburg (3,5), Winkler (4,5; 46. Gibs 3,5) - Hercher (4), Ritter (4,5; 61. Niehues), Ciftci (4,5), Zuck (5; 46. Redondo 4,5) - Wunderlich (4) - Hanslik (3,5; 70. Götze), Boyd (4,5)
Borussia Dortmund II: Unbehaun - Maloney, Dams, Finsson - Viet (85. Bah-Traore), Pherai (85. Bafounta Ortega), Pfanne, Guille - Tachie (85. Taz), Fink (61. Tattermusch), Njinmah (82. Pohlmann)
Tore: 0:1 Fink (32.), 0:2 Njinmah (59.), 0:3 Pherai (81.), 1:3 Götze (90.+3) - Gelbe Karten: Winkler (5), Tomiak (12) - Pherai (9) - Beste Spieler: Klingenburg - Njinmah, Pherai, Finsson, Tachie - Zuschauer: 48.416 - Schiedsrichter: Osmers (Bremen).


