EM-Tagebuch (2) Schmerzen beim Journalisten-Kick, aber: Sieger der Herzen

Abgekämpft, aber zufrieden: Die deutschen EM-Journalisten nach dem „Pressekick“.
Abgekämpft, aber zufrieden: Die deutschen EM-Journalisten nach dem »Pressekick«.

Die Fußball-Europameisterschaft in Deutschland zieht die Fans in ihren Bann. Unsere Reporter schauen sich vor Ort auch abseits der Stadien um. Heute: Ein Kick unter Journalisten.

Ich kann es sagen, wie es ist: mein Körper ist aktuell ein riesiger Zellhaufen voll Schmerzen. Jede kleine Treppe wird zu einer Herausforderung, der Gang ist unrund und ich freue mich darauf, wenn die Beschwerden in ein paar Tagen nachlassen werden. Aber ich bin selbst schuld, denn ich wusste, was auf mich zukommen würde und worauf ich mich eingelassen hatte. Ich spiele für mein Leben gerne Fußball, aber die vergangenen fast 50 Jahre haben Spuren hinterlassen. Mein Körper lässt es mich jedes Mal wissen, wenn die Leidenschaft über die Vernunft gesiegt hat. Es hat sich trotzdem gelohnt, aber der Reihe nach.

Kicken steht im Vordergrund

Auf Einladung eines großen Sportartikelherstellers mit Sitz in Herzogenaurach trafen sich die Reporter, die tagein tagaus ihre Expertise zu den Elitekickern des Landes in Kameras oder in Mikrofone sprechen, oder wie in meinem Fall in Texte pressen, um selbst gegen den Ball zu treten. Die Lust der Journalisten war groß, fast 30 fanden sich am Treffpunkt ein und schnell stellte sich heraus, dass es in erster Linie ums Kicken ging, und nur in zweiter um die Barbecue-Einladung des Gastgebers im Anschluss.

Wie beim FCK

Weil so viele Leute gekommen waren, wurden drei Mannschaften gebildet – und schon ging es los. Es hat viel Spaß gemacht und die Journalisten stellten unter Beweis, dass sie nicht nur bei der deutschen Nationalmannschaft Teamgeist einfordern, sondern ihn selbst leben können. Es ging fair zu, die Egoismen wurden in den Hintergrund gerückt, was den Ehrgeiz aber nicht schmälerte. Mir ging es ebenso, denn natürlich hätte ich das Mini-Turnier mit meiner Mannschaft gerne gewonnen. Aber es reichte nur, Sieger der Herzen zu werden. Auf dem Weg zu einem Unentschieden und einer Niederlage fühlte ich mich zwischendurch wie ein Profi des 1. FC Kaiserslautern, denn uns erging es so wie in der abgelaufenen Saison oft den Roten Teufeln. In beiden Partien gingen wir 1:0 in Führung, schafften es aber nicht, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Das erste Match ging 1:3 verloren, aber immerhin reichte es im zweiten Spiel zu einem 1:1.

Nun muss ich in den nächsten Tagen mit den Schmerzen leben, aber das ist vergleichsweise harmlos. Ein Kollege von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist unglücklich auf die Schulter gefallen. Ein Band ist gerissen, aber immerhin kann er im Turnier verbleiben.

imago1042990800

Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland

Gibt es ein Sommermärchen 2024? Kommt Deutschland weiter? Und welche Spieler stecken alle anderen in die Tasche? Alle Infos zur Meisterschaft, Neuigkeiten von der Nationalmannschaft und jede Menge Berichte rund um die Spiele vor Ort lesen Sie hier.
Foto: Imago Images/Beautiful Sports

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

x