Motorsport RHEINPFALZ Plus Artikel Südpfälzer Talent Valentino Catalano startet auf den Pisten durch

Im Feiern schon Profi: Valentino Catalano.
Im Feiern schon Profi: Valentino Catalano.

In der Pfalz werden Motorsport-Talente gefördert. Durchstarter Valentino Catalano aus Westheim steht beispielhaft dafür. Seine Erfolgsstory ist auch eine Familiengeschichte.

In seiner ohnehin schon steilen Karriere ging Catalano zu Beginn des vergangenen Sportjahres ein Wagnis ein und startete – mit Erfolg – in den USA in der IMSA VP Sportscar-Challenge sowie im französischen Michelin-Le Mans-Cup. Dafür gab es vom ADAC-Regionalverband Pfalz den begehrten Gert-Raschig-Gedächtnispreis. „Motorsport ist mein Leben und einziges Hobby“, sagt der 20-jährige Südpfälzer. Achtjährig stieg er in ein Kart-Fahrzeug ein und zeigte sofort sein fahrerisches Talent zwischen den rot-weißen Pylonen. Schon in seinem zweiten Jahr gewann Valentino Catalano den Bundesendlauf.

„Ich hatte Spaß im Jugend-Kart-Slalom. Dennoch zog es mich auf die Rundstrecke, wo es so richtig nach vorne geht“, erinnert sich der erfolgreiche Motorsportler. Im Rennkart war er ab 2016 in verschiedenen Serien mit Erfolg zu Hause, aber wiederum nicht allzu lange. Als 13-Jähriger drehte der Allrounder Runden in einem Formel-IV-Rennfahrzeug: „Vom ersten Meter an habe ich mich im Monoposto wohlgefühlt.“ In der Saison 2020 bestritt er erstmals Rennen. „Allerdings in Frankreich, weil man dort mit 14 Jahren schon Formel-Rennen fahren durfte, nicht aber in Deutschland“, erklärt Catalano und ergänzt: „Es war schon ein spannendes Jahr. Ich gewann das Junior-Campionat und kam in der Gesamtwertung auf Rang fünf.“

Gegen heutigen Formel-1-Star gefahren

Im Jahr darauf war Catalano dann auch in Deutschland aktiv und erfolgreich in der Formel-IV-Meisterschaft. Unterstützung erfuhr er stets von seinen Eltern Anita und Daniel, „aber auch von meinem Opa Franco“, erzählt er. Die Familie zog voll mit. Zu Trainingszwecken wurde ein eigenes Fahrzeug angeschafft, für den technischen Zustand war der Opa zuständig, ein damals selbstständiger Kraftfahrzeugmeister. Viele Erfahrungen vermittelte Catalanos Vater, der bei Indoor-Kart-Rennen erfolgreich war und in der Formel König bei Rundstreckenrennen startete.

„Ich will mich ständig weiter entwickeln“, beteuert Catalano. Deshalb stieg er in der Saison 2022 in einen Le Mans-Prototypen, „einen reinrassigen Rennsportwagen“. In verschiedenen Serien in Europa bis nach Asien wurde gefahren, 2024 wurde er deutscher Meister. Dann bot sich für 2025 eine große Chance, eine Stufe höher zu erklimmen: Rundstreckenrennen in den USA im Gebhardt-Motorsport-Team aus Sinsheim standen auf dem Programm – und bei zwölf Rennen belegte Catalano zehn Podiumsplätze. Dabei bewegte er einen Prototypen mit einem Nissan V 8-Motor, der etwa 450 Pferdestärken leistet.

Valentino Catalano im Michelin-Le Mans-Cup an der Algarve im Duqueine D09 - Toyota.
Valentino Catalano im Michelin-Le Mans-Cup an der Algarve im Duqueine D09 - Toyota.

Der Weg dorthin war nicht einfach. „Es gab keine Erkundungs- und Trainingsmöglichkeiten, und deshalb waren die Strecken total unbekannt. Ich hatte mich über viele Stunden an einem Simulator auf die Strecken vorbereitet“, erklärt der Student für internationales Marketing. „Im Fernstudium, weil für eine andere Möglichkeit kein Platz vorhanden ist“, fügt er schmunzelnd an. Denn wenn es der Zeitplan zuließ, startete Catalano noch erfolgreich im Michelin-Le Mans-Cup mit Prototypen der neusten Generation, die mit V6-Turbo-Motoren ausgerüstet sind.

Das große Ziel ist klar definiert: Catalano will professioneller Rennfahrer werden und für ein namhaftes Team eine große Meisterschaft gewinnen. In der neuen Saison will er der Rundstrecke treu bleiben – und natürlich viele Punkte einfahren.

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