FCK
Rote Teufel vor dem Gladbach-Spiel: Nur mit Eiseskälte eine kleine Chance
Als das Training am Freitagvormittag vorüber war, machte Marvin Senger sich von Trainingsplatz vier auf den Weg zurück Richtung Fritz-Walter-Stadion. Allein. Er ging sehr langsam, schien in Gedanken versunken. Oder steckte ihm die Übungseinheit in den Knochen? „Nein nein, ich lasse das Training nur gerne noch mal Revue passieren“, sagt Senger, bekennt dann aber, dass die Belastung der Woche für ihn nach etlichen Tagen Pause infolge einer Risswunde auf dem Spann „schon ein bisschen intensiv“ gewesen sei. Gleichwohl fühle er sich „so weit gut“ und bereit für den Pokalschlager am Montag gegen Borussia Mönchengladbach (20.45 Uhr, ARD, Sky, Liveblog auf rheinpfalz.de, FCK-Fanradio). „Ich gebe dem Trainer eine weitere Option, er kann auf mich bauen“, sagt Senger, „nun muss er entscheiden, ob er mich einsetzt oder nicht. Ich wäre bereit.“ Trotz der recht kurzen „Wiedereingliederungszeit“.
„Und dann sah ich nur noch das Blut“
Sengers Schilderung, wie es zu der Verletzung kam, ließe jede Boulevard-Gazette frohlocken. Die Überschrift schriebe sich von selbst. „Unglückliche Situation im Abschlusstraining, Kleinfeldturnier, Schuss geblockt, weiter durchgezogen, es ging wohl irgendwie durch den Schuh durch – und dann sah ich nur noch das Blut.“ Klingt schmerzhaft. War es auch. Zumal Senger dadurch die Partie in Meppen verpasste und im heimischen Wohnzimmer auf der Couch mitansehen musste, wie seine Kameraden 0:1 unterlagen. Nun wartet eine völlig andere Aufgabe gegen einen hoch ambitionierten Bundesligisten, der in dieser Saison aber noch kein Pflichtspiel absolviert hat. „Wir sind im Spielrhythmus, und der Pokal ist immer etwas anderes“, sagt Senger, „wenn wir alles reinhauen und die Grundtugenden auf den Platz bekommen, die uns zum Ende der vergangenen Saison stark gemacht haben, dann ist alles möglich, dann können wir jeden Gegner schlagen.“
Taktisches System spielt untergeordnete Rolle
Das taktische System sei fast irrelevant. Vielmehr käme es gegen eine offensiv ausgerichtete Formation, gegen die der FCK auch den einen oder anderen Raum für Kombinationen erhalten dürfte, vor allem auf die eigene Courage an. „Wir können Fußball spielen, mit Ball sind wir eh richtig gut, wir können Gladbach damit gefährlich werden“, sagt Senger. „Wir müssen mutig sein, ruhig am Ball, wir müssen füreinander da sein und wissen, dass wir es gemeinsam schaffen können. Die kleinen Chancen, die uns Gladbach geben wird, müssen wir halt eiskalt ausnutzen.“ Im Unterschied zu den ersten beiden Saisonspielen.
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Auch Gladbach mit Verletzungssorgen
Genau das ist auch der wichtigste Ansatzpunkt für FCK-Trainer Marco Antwerpen. „Wir haben bisher die Chancen, die wir uns herausgespielt haben, nicht genutzt“, sagt der 49-Jährige. Und genau so wird es nicht klappen mit der von den FCK-Fans erhofften Pokalsensation gegen Gladbach. Bei der Borussia sind einige Leistungsträger verletzt – auch Mittelfeld-Neuzugang Kouadio Koné – oder gerade erst ins Mannschaftstraining zurückgekehrt wie Stürmer Alassane Pléa und der offensive Mittelfeldspieler Jonas Hofmann.
Im Tor steht wohl Sommer – nicht Sippel
Das Gladbacher Tor wird aller Voraussicht nach Yann Sommer (32) hüten – und nicht der Pfälzer Tobias Sippel (33) bei seiner Rückkehr auf den „Betze“; der gebürtige Bad Dürkheimer hat 17 Jahre beim FCK gespielt.
Bei den Lauterern ist Rechtsverteidiger Dominik Schad nach einer Verletzung im Sprunggelenk am Samstag wieder ins Training eingestiegen. Ob es für einen Einsatz reicht, wird sich am Montagvormittag entscheiden. Dann stellt Antwerpen nach einer leichteren Trainingseinheit seinen 20er-Kader für den Pokalabend zusammen. Womöglich ist Schad schon wieder dabei – Überraschungen sind nicht ausgeschlossen.
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So spielen sie
1. FC Kaiserslautern: Raab - Zimmer (Schad), Tomiak, Senger, Zuck - Götze, Klingenburg - Sessa (Zimmer), Wunderlich, Hanslik - Kiprit (Huth) – Ersatz: Spahic, Kraus, Winkler, Gibs, Niehues, Gözütok, Kleinsorge, Redondo – Es fehlen: Ritter (Muskelquetschung im Oberschenkel), Hercher (Muskelfaserriss im Adduktorenbereich), Bakhat (Knieverletzung), Ciftci (Trainingsrückstand), Röser (Kreuzbandriss), Spalvis (Reha/Trainingsrückstand)
Borussia Mönchengladbach: Sommer - Lainer, Ginter, Elvedi, Scally - Kramer, Neuhaus - Herrmann, Stindl, Wolf - Thuram – Es fehlen: Pléa, Hofmann (beide Trainingsrückstand), Bensebaini, Embolo (beide Muskelverletzung), Koné (Innenbandverletzung).


