Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Rhein-Neckar Löwen verlieren nach 20 Minuten den Faden

Uwe Gensheimer im Duell mit Niklas Landin.
Uwe Gensheimer im Duell mit Niklas Landin.

Die Rhein-Neckar Löwen unterlagen nach einem guten Start am Sonntag im Spitzenspiel beim deutschen Handball-Meister THW Kiel 29:32 (14:18). Nach rund 20 Minuten verloren die Löwen ihre Linie.

In der 21. Minute führten die Gäste mit 11:9, drei Minuten später stand es 13:11 – für die Kieler, die vor 5000 Zuschauern spielten. Die Löwen waren stark in der Anfangsphase, konnten sich wieder auf ihren Torhüter-Routinier Nikolas Katsigiannis verlassen.

Taktischer Kniff

Mit einer taktischen Änderung kamen sie aber nicht zurecht: THW-Coach Filip Jicha brachte in den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit Domagoj Duvnjak, mit seiner vorgezogenen Abwehrrolle irritierte er die Löwen, er störte, wie man es von ihm gewohnt ist, die Angriffe. Auch der zunächst auffällige Niclas Kirkelökke fiel ab. Die Löwen wurden erst wieder stabiler, als Uwe Gensheimer ins Spiel eingriff, nach Achillessehnenbeschwerden feierte der Kapitän sein Comeback, der Linksaußen warf sechs Tore. Nachwuchsmann Lion Zacharias scheiterte einmal frei, Rechtsaußen Mamadou Diocou zahlte viel Lehrgeld, brachte keinen seiner vier Würfe im Tor der Gastgeber unter. Diocou spielte für Patrick Groetzki, der in der Nacht zum Sonntag zum dritten Mal Vater geworden war.

Andy Schmid gerührt

„Wir waren richtig gut im Spiel, innerhalb von vier, fünf Minuten dreht der THW das Spiel“, sagte Andy Schmid, der in der Wunderlino-Arena vom THW verabschiedet wurde, ein Weinpräsent erhielt. „Es war eine brutale Geste“, betonte der 38-Jährige: „Ich bin auch nah am Wasser gebaut. Von einem Verein, mit dem wir in den letzten zwölf Jahren so harte Spiele haben. Ich muss mich bedanken bei dem Verein und den ganzen Fans, die geklatscht haben. In diesem Moment denke ich mir: Vielleicht sollte ich doch länger in der Bundesliga spielen. Aber die Entscheidung steht, es ist zu spät.“

Der Schweizer, der die Löwen im Sommer nach zwölf Jahren verlässt und in seiner Heimat in Luzern weiterspielt, war sichtlich gerührt, ja ergriffen. „Das haben wir ja auch bei anderen gemacht, bei Mattias Anderson beispielsweise“, sagte THW-Sportchef Viktor Szilagy. Der Abschied des Regisseurs rückt näher ...

Weinhold bleibt in Kiel

Die Kieler kamen erst am Freitagnachmittag von ihrem Champions-League-Ausflug aus Ungarn zurück, wo es bei Pick Szeged eine 26:30-Niederlage gab. Sie taten nicht mehr als notwendig, hatten das Spiel jederzeit im Griff und liefen nicht Gefahr, noch in Schwierigkeiten zu geraten. Dennoch ärgerte sich Viktor Szilagy über den einen oder anderen Fehler.

Vor dem Spiel gab der Klub bekannt, dass Routinier Steffen Weinhold (35) seinen im Sommer auslaufenden Vertrag um eine weitere Spielzeit bis 2023 verlängerte. Johan Carlsbogard, der Halblinke des TBV Lemgo, hat nun erklärt, beim TBV nicht weiterzumachen. Die Löwen sind aus dem Rennen, der THW signalisierte Interesse, doch dem Vernehmen nach hat Paris St. Germain die besten Karten.

So spielten sie

THW Kiel: Niklas Landin, Quenstedt - Reinkind (1), Zarabec (5), Sagosen (3) - Ekberg (9/5), Magnus Landin (2) - Wiencek (5) - Pekeler (1), Weinhold (3), Duvnjak (2), Dahmke (1)

Rhein-Neckar Löwen: Katsigiannis, Grupe - Kirkelökke (4), Schmid (10/6), Nilsson (4) - Diocou, Zacharias - Kohlbacher (3) - Patrail, Gislason - Horzen, Gensheimer (6), Knorr (1), Ahouansou (1)

Spielfilm: 2:2 (5.), 5:5 (9.), 5:7 (15.), 9:10 (20.), 14:12 (25.), 18:14 (Halbzeit), 22:17 (37.), 25:21 (46.), 28:23 (53.), 30:26 (56.) - Siebenmeter: 6/5 - 6/6 - Zeitstrafen: 4/5 - Beste Spieler: Wiencek, Zarabec, Ekberg - Schmid, Gensheimer, Katsigiannis - Zuschauer: 5000 - Schiedsrichter: Suresh und Ramesh Thiyagarajah (Gummersbach).

x