EM-Tagebuch (7) Platzvergabe bei der Uefa: Möglicherweise ist ein Fehler aufgetreten

Gefühlt alles rot: Chaos bei der Platzvergabe.
Gefühlt alles rot: Chaos bei der Platzvergabe.

Die Fußball-Europameisterschaft in Deutschland zieht die Fans in ihren Bann. Unsere Reporter schauen sich vor Ort auch abseits der Stadien um. Heute: Chaos bei der Platzvergabe.

MD-2, damit geht alles los. Matchday minus zwei, auf gut pfälzisch: Zwä Daach vorm Schbiel. Die Uefa hat sich bei dieser Europameisterschaft dazu entschlossen, dass sich die Medienvertreter ihre Plätze auf den Tribünen im Stadion selbst aussuchen dürfen. Früher, also ganz früher, gab es freie Platzwahl, was dazu geführt hat, dass die Journalisten sich früh ihre Plätze gesichert hatten. Was das Handtuch des Urlaubers im Robinson-Club ist, war das Notebook des Journalisten. Das war mitunter ärgerlich, weil es immer Kollegen gab, die sich schon „vor dem Frühstück“ ihre Sitze gesichert hatten.

Nun ja, das ist jetzt nicht mehr nötig, denn die Plätze werden zwei Tage vor dem Spiel online über das „Uefa Media Portal“ vergeben. Aber ärgerlich ist es geblieben. Aus dem einfachen Grund, weil das System nicht funktioniert. Das gilt nicht nur für mich, sondern zumindest mal für alle Kollegen, die täglich von der deutschen Mannschaft berichten. Das hat eine Spontanumfrage gezeigt. Schon vor dem Eröffnungsspiel gegen die Schotten gab es Irritationen, weil das Portal nicht wie erhofft funktionierte. Am Montag, zwei Tage vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Ungarn, wiederholte sich das Durcheinander.

Einmal, zweimal, hundertmal

Das Prozedere ist klar beschrieben. Zu einer bestimmten Uhrzeit wird das Portal freigeschaltet. Jeder einzelne Sitz für Journalisten ist anwählbar und kann „gebucht“ werden. Weiß hinterlegte Sitze sind frei, grau hinterlegte schon weg – so einfach, so täuschend. Denn das Buchen klappt nicht oder, wie in meinem Fall am Montag, erst nach einer halben Stunde und nur ganz zufällig. Es ist nämlich so: Unabhängig davon, auf welchen weiß hinterlegten Sitz man klickt, es folgt eine Fehlermeldung. „The seat may have been taken or an error occured; please retry“: Möglicherweise wurde der Sitzplatz vergeben oder es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte erneut versuchen.

Gelesen, getan. Einmal, zweimal, hundertmal. Das Ergebnis bleibt gleich: „The seat may have been taken or an error occured; please retry.“ Nach knapp einer halben Stunde habe ich genug und beschließe abzubrechen. In diesem Fall würde mir ein Sitz zugewiesen werden. Da in den modernen Fußballarenen von jedem Platz aus ein guter Blick aufs Spielfeld möglich ist und das für die Medienplätze im Besonderen gilt, denke ich mir: Macht doch, was ihr wollt.

Ich nehme mein Smartphone, um eine Nachricht zu lesen, beantworte sie, schaue etwa zwei Minuten später wieder auf den Bildschirm – und siehe da: Plötzlich ist ein Sitz grün hinterlegt. Auf wundersame Weise habe ich einen Platz erhalten. Tisch 151, Position A. Es kann losgehen.

Nicht nur Fans sitzen auf den Tribünen, auch Journalisten.
Nicht nur Fans sitzen auf den Tribünen, auch Journalisten.
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Foto: Imago Images/Beautiful Sports

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