Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Okpala bald weg, Boyd hört auf: Dem SV Waldhof bricht der Sturm weg

Noch jubeln sie gemeinsam im Trikot des SV Waldhof Mannheim: Kennedy Okpala (links) und Terence Boyd.
Noch jubeln sie gemeinsam im Trikot des SV Waldhof Mannheim: Kennedy Okpala (links) und Terence Boyd.

Die beiden Gesichter des Aufschwungs beim SV Waldhof in dieser Saison werden den Verein kurz- oder mittelfristig verlassen. Wie reagieren die Mannheimer?

Auch wenn Zweitligist SC Paderborn den Wechsel von Kennedy Okpala noch nicht offiziell vermeldet hat: Der SV Waldhof wird das Herzstück seiner Abteilung Attacke verlieren. Allerdings beteuerte SVW-Sportdirektor Gerhard Zuber gegen der RHEINPFALZ, dass Okpala einen langfristigen Vertrag beim SVW und Paderborn noch keinen Kontakt mit Okpala aufgenommen habe.

Denn neben dem anstehenden Wechsel des Neustadters (21) wird bekanntlich auch Terrence Boyd (34) mit dem Ende der Saison seine Karriere beenden. Beide sind für die letzten neun Treffer des Drittligisten und damit nach zwei Jahren in Abstiegsgefahr maßgeblich für eine ruhige Saison der Kurpfälzer verantwortlich.

Während Okpala in dieser Saison einen deutlichen Leistungssprung gemacht hat und die interne Scorerwertung mit sieben Treffern und fünf Vorlagen anführt, hat Boyd (34) nach seinem Mittelfußbruch Ende des vergangenen Jahres wieder zu alter Form gefunden – dazu kann der Ex-Lauterer, weil schon die Zeit nach seiner Laufbahn mit einem Traineramt in der Waldhof-Jugend eingetütet ist, befreit aufspielen.

Wie Boyd seine Chance gnadenlos nutzte

Dabei begann die Saison für Boyd noch auf der Tribüne, nachdem Ex-Trainer Dominik Glawogger den Boxspieler – wie auch den langjährigen Kapitän Marcel Seegert – ausgebootet hatte. Der Deutsch-Amerikaner kam nur bei Kurzeinsätzen zum Zug, als sich Stürmer Felix Lohkemper mit einer Muskelverletzung ausfiel. Die Chance nutzte er zum Leidwesen der Gegner mit Treffern gegen Duisburg, Wiesbaden, Schweinfurt (2) und Saarbrücken gnadenlos.

„Meine kleine Qualität ist, richtig zu stehen“, sagte Boyd nach seinem Doppelpack in Schweinfurt. Auch bei seinen Treffern gegen Wiesbaden und Saarbrücken stand er goldrichtig. Der in Bremen geborene US-Amerikaner ist ein Instinktfußballer, der dann zur Stelle ist, wenn sich auch nur die kleinste Gelegenheit bietet. Neben dem „Dicken“ (Boyd über sich selbst) überzeugt Okpala mit seinem schnellen Spiel und starken Dribblings – und er ist vor allem lernwillig und setzt schnell neue Dinge um. An seiner Kaltschnäuzigkeit muss er hingegen weiter arbeiten. Aber da setzt Holtz mit dem 21-Jährigen im Training intensiv an.

Panik bricht nicht aus

Bei Sport-Geschäftsführer Gerhard Zuber hinterlassen beide Personalien keine schlaflosen Nächte. Laut des 50-Jährigen verfüge der Waldhof in Lohkemper, der immerhin auch schon sechs Saisontreffer erzielt hat, und Masca über zwei weitere starke Angreifer. „Man muss auf gewisse Themen immer vorbereitet sein“, sagt Zuber, der auch am Dienstag nichts Neues zur Causa Okpala sagen konnte. Immerhin dürfte Okpala bei einem Winterwechsel dem Vernehmen nach 550.000 Euro in die klamme Kasse der Kurpfälzer spülen. Geld, das Zuber sicherlich gut reinvestieren muss, wenn der SV Waldhof auch in der Rückrunde Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen halten will.

Über den Landespokal in den DFB-Pokal?

Die Mannschaft werde laut Zuber alles dafür tun, dass Boyd im Sommer einen tollen Abschied beim Waldhof feiern kann – dabei denkt er zumindest nach außen aber eher an einen Sieg im Landespokal, in dem der Waldhof im März im Halbfinale gegen den Verbandsligisten 1. FC Bruchsal spielt, als an einen möglichen Aufstieg in die Zweite Bundesliga. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt aktuell vier Zähler.

In die Zweite Liga hat Boyd 2022 den 1. FC Kaiserslautern geschossen. Geschichte wiederholt sich bekanntlich immer wieder, warum nicht auch in diesem Fall? Träumen ist also durchaus erlaubt am Alsenweg – auch nach der bitten 0:3-Niederlage am Sonntag in Regensburg. Und Boyd lässt sich mit einem Schmunzeln noch ein Hintertürchen offen. „Wenn ich jetzt noch 20 Tore in dieser Saison schieße, dann müssen wir noch einmal zusammensetzen“, sagte er vor der Partie gegen Saarbrücken. Ernst sollte man ihn dabei nicht nehmen.

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