Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Ohne Top-Talent Knorr zur EM

Juri Knorr am Mittwoch in der Partie gegen den TVB Stuttgart.
Juri Knorr am Mittwoch in der Partie gegen den TVB Stuttgart.

Juri Knorr, Rückraumspieler der Rhein-Neckar Löwen und der deutschen Nationalmannschaft, wird an der Europameisterschaft im Januar in der Slowakei und Ungarn nicht teilnehmen. Der Grund: Der 21-Jährige ist nicht gegen Corona geimpft.

Knorr erkrankte im November 2020 an Corona, er ist noch nicht geimpft. Es gilt bei der EM die 2G-plus-Regel, der Genesenen-Status verfällt nach sechs Monaten. „Dieser Regel werde ich mich leider beugen müssen. Sollte ich also nominiert werden, werde ich nicht an der EM teilnehmen können. Ich bedaure das sehr“, erklärte das große Talent in einer Pressemitteilung der Rhein-Neckar Löwen.

„Bin kein Corona-Leugner“

Knorr weiter: „Ich möchte klar betonen: Ich bin kein Corona-Leugner. Mich hat es selbst schwerer erwischt als andere in meinem Alter. Deswegen nehme ich diese Krankheit ernst. Zudem war ich einer der ersten, die sich im Profi-Handball infiziert hatten, was meine Angst nicht gerade minimiert hat – besonders in Bezug auf mögliche Folgekomplikationen. Seit meiner Genesung lasse ich regelmäßig meine Antikörper und meine Covid-19-spezifische T-Zell-Antwort bestimmen. Ich vertraue diesen medizinisch bestätigten Ergebnissen in Bezug auf meine natürliche Immunität über einen Zeitraum von sechs Monaten hinaus. Ferner befasse ich mich mit dem Thema Impfung und bin mir bewusst, dass, sobald ich meine momentan medizinisch belegte natürliche Immunität verlieren sollte, ich mich noch intensiver mit einer möglichen Impfung beschäftigen muss. Oberste Priorität werden dabei auch weiterhin meine eigene Gesundheit und der Schutz meiner Mitmenschen haben.“ Knorr gilt als der Mittelmann der Zukunft in der deutschen Mannschaft. Also als der Mann, die Position auf Jahre hinaus richtig gut ausfüllen kann.

Die Rhein-Neckar Löwen setzen die vorgegebenen Corona-Schutzmaßnahmen sorgfältig um, betonte der Klub. „Andererseits haben wir weder die Absicht noch die Handhabe, irgendeinen unserer Angestellten zu einer Corona-Schutz-Impfung zu drängen“, erklärte Geschäftsführerin Jennifer Kettemann.

Trainer Klaus Gärtner sagte am Mittwochabend nach dem umjubelten 35:30-Pokalsieg gegen den TVB Stuttgart halb scherzend, am Ende der Saison werde er ein Buch schreiben. Er spielt damit süffisant auf all die Turbulenzen an, die die Löwen seit Sommer heimsuchen.

Positives Löwen-Erlebnis

Sportlich war der Achtelfinalerfolg am Mittwoch zur Abwechslung mal wieder ein positives Erlebnis. Am Freitag, 11 Uhr, ist die Viertelfinal-Auslosung. „Das war ganz wichtig gegen Stuttgart. Wir haben schon die letzten drei Spiele gut gespielt, haben uns aber nicht belohnt“, sagte Abwehr-Ass Mait Patrail der RHEINPFALZ. Der 35-Jährige verlässt die Rhein-Neckar Löwen nicht vorzeitig. „Wir geben ihn nicht her“, sagte Trainer Klaus Gärtner. Dem im Pokalspiel ganz starken Esten liegt ein Angebot des Ligarivalen GWD Minden vor. „Ich habe einen Vertrag bis Saisonende bei den Löwen. Ich bin glücklich hier“, sagte Patrail lapidar. Klaus Gärtner unterstrich, dass auf jeden Fall noch ein Torhüter zur neuen Saison kommt.

Am Samstag (18.30 Uhr) treffen die Löwen in der SAP-Arena auf TuS Nettelstedt-Lübbecke.

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