Pferdesport RHEINPFALZ Plus Artikel Nahostkrieg und Drohnenangriffe: Sorge um deutsche Pferde und Pfleger am Golf

Das Al Shaqab Equestrian Center in Doha: Hier hätte das große Turnier stattfinden sollen, hier stecken nun Pferde und Pflegepers
Das Al Shaqab Equestrian Center in Doha: Hier hätte das große Turnier stattfinden sollen, hier stecken nun Pferde und Pflegepersonal fest.

Nicht nur deutsche Touristen sitzen seit den Luftangriffen auf den Iran sowie den Gegenattacken am Golf fest. Auch Turnierpferde sowie ihre Pfleger sind betroffen.

Die Telefon- und WhatsApp-Drähte glühen, aber so richtig voran kommt selbst der Bundestrainer nicht. „Eine sehr unübersichtliche Situation, keiner weiß etwas genaues“, sagte Otto Becker am Dienstagmorgen der RHEINPFALZ. Was er weiß: „Die Reitanlage mit den Stallungen liegt in der Einflugschneise der iranischen Drohnen. Wir haben mehr Angst, dass eine abgeschossen wird und die Trümmerteile herunter fallen.“

Das große Springreitturnier der Global Champions Tour, das ab Mittwoch im Al Shaqab Equestrian Center in der katarischen Hauptstadt Doha hätte stattfinden sollen, wurde am Montag angesichts der Lage nach den amerikanischen und israelischen Luftangriffen auf den Iran sowie den Gegenattacken des Mullah-Regimes abgesagt. Aber: Viele – auch deutsche – Springpferde mit ihren Pflegerinnen und Pflegern sind bereits vor Ort.

Das Personal, sagt Becker, sei an sich sicher, aber macht sich Sorgen um die Tiere: „Die Pfleger sitzen in den Hotels in den Zimmern, hören das alles, es knallt überall. Denen geht es nicht so gut. Die wollen alle nach Hause.“

Bundestrainer Otto Becker.
Bundestrainer Otto Becker.

Die Veranstalter der Global Champions Tour teilten mit, dass „alle Pferde und Personen, die sich derzeit vor Ort befinden, wohlauf sind“. Unter anderem sind Pferde und Mitarbeiter der deutschen Stars Janne Friederike Meyer-Zimmermann, Christian Ahlmann, Philipp Weishaupt und Hans-Dieter Dreher dort. „Zum Glück sind die Reiter und viele Pferde, die noch nicht dort waren, nicht hingereist, mussten umkehren oder sind noch in Lüttich“, berichtet Otto Becker. In Belgien starten Pferde häufig per Sammelflieger zu den Turnierstandorten.

„Wir müssen schauen, wie wir die Pflegerinnen und die Pferde da sicher raus bekommen“, hatte Philipp Weishaupt am Wochenende gesagt. Doch die Lage bleibt unklar. „Man weiß ja nicht, wo das hinführt, und wie lange das dauert. Im Moment weiß keiner was. Die kriegen wohl alle 24 Stunden eine neue Meldung, ob der Luftraum wieder freigegeben wird“, berichtete Bundestrainer Becker. Das Pflegepersonal in Doha könne die Pferde vor Ort versorgen und auch bewegen. Der Bundestrainer persönlich hofft, das auch angesichts der ungewohnten Geräuschkulisse durch die Drohnenabschüsse „bei den Pferden keine Erinnerungen zurück bleiben“.

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