Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Nach dem Derby FCK gegen Waldhof: Viel Gesprächsstoff

Wie ein SiegDie FCK-Profis feiern nach dem Schlusspfiff mit den eigenen Anhängern.
Wie ein SiegDie FCK-Profis feiern nach dem Schlusspfiff mit den eigenen Anhängern.

Der FCK widersteht mit Hingabe einer langen Unterzahl. Der SV Waldhof ist noch kein Spitzenteam.

Es müssen nicht zwingend viele Tore fallen, damit ein Fußballspiel den Menschen, die es gesehen haben, im Gedächtnis haften bleibt. Im Südwestderby zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem SV Waldhof Mannheim gab es keinen Treffer, aber doch Gesprächsstoff für mehrere mittlerweile wieder mögliche Kneipengespräche.

Mit zwei Mann weniger auf dem Feld verteidigten die Lauterer das Unentschieden mehr als 50 Minuten lang mit Hingabe und Leidenschaft, das war richtig stark. Bei den wenigen, aber hochkarätigen Chancen der Waldhöfer benötigte der FCK auch Glück, hatte sich dieses mit ihrem starken Keeper Matheo Raab aber zweifelsfrei „verdient“.

Überforderter Schiedsrichter

Die Opferrolle, in die sich FCK-Coach Marco Antwerpen wegen der zwei Platzverweise gegen sein Team begab, passte nicht zu den Geschehnissen auf dem Rasen des Fritz-Walter-Stadions. Der schwache Schiedsrichter Florian Heft war mit der Leitung des Spiels fraglos überfordert, die Rote Karte gegen Kenny Redondo zumindest diskutabel – aber die Heimelf hatte mit ihrer aggressiven Zweikampfführung das Risiko selbst gewählt, die Spieler wirkten in einigen Situationen übermotiviert.

Das Remis bringt nur einen Punkt, aber das Gefühl, etwas Außergewöhnliches geleistet zu haben. Das stärkt das Miteinander des Teams automatisch. Es entsteht daraus allerdings kein Automatismus, dass dies zur Folge hat, in den kommenden Wochen und möglichst zu elft mehr Stabilität und Siege zu erlangen. Im Februar gab es einen eindrucksvollen 2:0-Derbysieg in Mannheim – und in den Wochen danach viel Tristesse rund um den Betzenberg.

Fehlendes Selbstverständnis

Die Waldhöfer, die eine Spitzenmannschaft werden wollen, agierten in Überzahl ruhig und besonnen, insgesamt aber nicht zwingend genug, um den Derbysieg verdient zu haben. Den Mannheimern fehlte es auf dem Betzenberg am Selbstverständnis, den numerischen Vorteil in einen Sieg umzuwandeln – von einem Topteam der Dritten Liga sind sie deshalb noch einen wichtigen Entwicklungsschritt entfernt.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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