Landtagswahl RHEINPFALZ Plus Artikel Marode Sportstätten, viel Bürokratie: Was die Parteien dem Sport versprechen

Auch in der Pfalz sind viele Sporthallen sanierungsbedürftig.
Auch in der Pfalz sind viele Sporthallen sanierungsbedürftig.

Marode Sportstätten, viel Bürokratie: Der Sport in Rheinland-Pfalz fordert Verbesserungen – aber was versprechen die Parteien zur Landtagswahl?

„Der Sport ist im Moment ein Anhängsel – und genau so wird er auch behandelt“, kritisiert Rudolf Storck, Präsident des rheinland-pfälzischen Landessportbundes. Er ist mit der Relevanz des Sports in der Landespolitik unzufrieden. Unter den Forderungen, die der Sport vor der Landtagswahl am 22. März an die Politik richtet, hat deshalb ein Anliegen für den 68-jährigen Südpfälzer Priorität: Ein zentraler Ansprechpartner in der Mainzer Staatskanzlei.

In vier Diskussionsrunden hat der organisierte Sport in den vergangenen Monaten den Parteien verdeutlichen wollen, wo der Schuh drückt: marode Sportstätten, geringe Wertschätzung, überbordende Bürokratie. „Der organisierte Sport ist die größte Bürgerbewegung im Land. Trotzdem ist Sport im Landtag bisher kaum ein Thema“, sagt Storck. Er ist davon überzeugt, dass sich die zentralen Anliegen in den Wahlprogrammen verankert haben. Ist das so?

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Forderung: Der Sport in Rheinland-Pfalz braucht eine eigene Abteilung und einen zentralen Ansprechpartner.
SPD: Keine Erwähnung.

CDU: „Ehrenamt und Sport brauchen eine Stimme im Zentrum der Landespolitik. Deshalb bündeln wir Zuständigkeiten, verkürzen Wege und schaffen erstmals das Amt eines Staatssekretärs für Sport und Ehrenamt in der Staatskanzlei. (...)“

Bündnis90/Die Grünen: „(...) Wir wollen eine zentrale Ansprechstelle in der Landesregierung schaffen, die alle Maßnahmen des Sports gebündelt koordiniert und gemeinsam mit dem organisierten Sport strategisch weiterentwickelt.“

FDP: Keine Erwähnung.

Freie Wähler: „Wir setzen uns für eine eigene Abteilung ,Sport’ in der Landesverwaltung ein, die alle Förderprogramme bündelt, Verfahren vereinfacht und den Vereinen eine klare Ansprechstelle bietet. (...)“

Wie hoch der Sanierungsstau ist, ist nicht bekannt.
Wie hoch der Sanierungsstau ist, ist nicht bekannt.

Forderung: Sanierungsplan 2030 für marode Sportstätten, ein Sportstättenatlas und Verbesserung der Schwimmbad-Infrastruktur.
SPD: „Auf dem Weg zum Bewegungsland Nr.1 bauen wir die Sportförderung für Bau und Sanierung von Sportstätten – insbesondere Schwimmbädern – gezielt weiter aus und vereinfachen dabei die Förderverfahren, damit Kommunen und Amateursportvereine ihre Anlagen weiter betreiben können. Schwimmenlernen ist lebenswichtig – den Bedarf an Wasserflächen sichern wir durch konsequente Förderung.“

CDU: „Wir starten einen Sport-Pakt für Rheinland-Pfalz, der gemeinsam mit Kommunen, Sportverbänden und Vereinen den massiven Sanierungs- und Investitionsstau bei Sportstätten in den kommenden fünf Jahren systematisch abbaut. Der Sportstättenbau und die Sanierung von Sport- und Schwimmhallen, Plätzen und Bädern müssen wieder Priorität haben. Dafür legen wir ein dauerhaftes, auskömmlich ausgestattetes Landesprogramm für kommunale und vereinseigene Sportstätten auf. (...)“

Bündnis90/Die Grünen: „Die kommunalen und vereinseigenen Sportstätten machen wir fit für die Zukunft und gestalten sie energieeffizient, nachhaltig und barrierefrei. (...) Das gilt vor allem für unsere Schwimmbäder. Jedes Kind in Rheinland-Pfalz soll nach der Grundschule schwimmen können. (...) Wir unterstützen auch serielle Lösungen für neue Schwimmbäder, (...).

FDP: Wir setzen uns für einen Sportstättenzustand-Atlas ein, in welchem das Land einen Überblick erhält, wie die Situation der Sportstätten im Land ist. Hieraus wollen wir einen Investitionsplan bis 2030 ableiten, um den bestehenden Investitionsstau bei Sportstätten deutlich abzubauen. (...) Wir wollen ein Sonderprogramm „Schwimmbad“, welches sich auf die Erhaltung, Sanierung, Modernisierung und den Neubau, gerade in Bezug auf Lehrbecken, konzentriert.

Freie Wähler: Moderne Sportstätten sind die Grundlage für Breitensport und Leistungsförderung gleichermaßen. (...) Wir fordern daher ein Sanierungs- und Investitionsprogramm „Sport 2030“, flankiert von einem digitalen Sportstättenatlas, der Sanierungsbedarf und Fördermittel transparent erfasst. Auch Schwimmbäder gehören zur Grundversorgung – Schwimmunterricht darf keine Ausnahme mehr sein.

Forderung: Ehrenamt stärken
SPD: „(...) Wer sich für andere engagiert, verdient beste Unterstützung – deshalb fördern wir Trainerinnen und Trainer, Vereine und das Ehrenamt mit starken Rahmenbedingungen. (...) Wir bauen bürokratische Hürden im Ehrenamt konsequent ab. Dafür vereinheitlichen wir Förderkriterien, führen ein digitales Förderportal ein und entlasten so Vereine und Verwaltung.“

CDU: Mit einer Ehrenamts-Offensive im Sport entlasten wir Vereine und ihre Mitglieder spürbar. Dazu gehören vereinfachte Förderverfahren, bessere Qualifizierungsangebote und die stärkere Verzahnung von Schule und Verein. (...)

Bündnis90/Die Grünen: „Ehrenamt wollen wir dabei unterstützen, sich resilienter und zukunftssicher aufzustellen. Die Wertschätzung für diese wichtige Arbeit soll sich auch finanziell widerspiegeln. Wir wollen deshalb Zuschüsse für Übungsleiter:innen spürbar anheben.“

FDP: „Unser Anspruch ist klar: Ehrenamtliche verdienen Anerkennung und Unterstützung, nicht Bürokratie und Hürden. (...) Mit einem zentralen digitalen One-Stop-Portal Ehrenamt sollen Förderanträge, Versicherungsfragen und Nachweise unkompliziert online erledigt werden können. (...)

Freie Wähler: „Trainer, Übungsleiter und Vereinsvorstände leisten Unbezahlbares. Wir wollen sie entlasten – durch Bürokratieabbau, Digitalisierung der Vereinsverwaltung und eine deutliche Erhöhung der Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen.“

Und die AfD?

Die AfD war nicht bei den Foren des Landessportbundes zu Gast. „Wir laden die Parteien ein, die für uns zu unserem demokratischen Verständnis passen“, sagt Präsident Rudolf Storck. Der Begriff „Sport“ kommt im Wahlprogramm der Partei nur einmal vor – im Zusammenhang mit der maroden Infrastruktur. „Wie hoch der Sanierungsstau in den rheinland-pfälzischen Kommunen ist, weiß die Landesregierung nicht und will es wohl auch nicht wissen“, schreibt die AfD. Auf das Thema „Ehrenamt“ geht sie, bezogen auf den Sport, nicht ein.

Zur Sache

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Das Wahlprogramm der Grünen
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Das Wahlprogramm der Freien Wähler
Das Wahlprogramm der AfD

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