Pferdesport
Maimarktturnier: Die Pfälzer Geschwister Britt und Mikka Roth im Siegesrausch
Sicher wäre es vermessen, würde Britt Roth jetzt schon davon träumen, was Jörne Sprehe (43) mit ihrem Hengst Toys am Dienstag zum Abschluss des Maimarktturniers gelang: mit einem Triumph im Großen Preis, der Badenia, auf der Siegerlistentafel vorm Reitstadion verewigt zu werden. Aber einmal dieses Traditionsspringen in Mannheim bestreiten zu dürfen, das wäre doch ein Wunsch. „Auf jeden Fall“, sagt die 24-jährige Britt Roth: „Im nächsten Jahr gehöre ich ja dem Seniorenlager an. Mannheim ist ein gutes Pflaster für uns.“
Für uns, damit meint die BWL-Studentin nicht allein sich, sondern ihre ganze Familie. „Ihre Mutter ist hier schon geritten, und ihren Opa kannte ich auch gut. In der ganzen Familie spielt das Thema Pferd eine große Rolle. Die passen zusammen“, sagt Peter Hofmann, der Mannheimer Turnierchef.
In der Tat, Mutter Barbara war selbst erfolgreiche Springreiterin, und auch für Britt Roths jüngeren Bruder Mikka war die gerade zu Ende gegangene Maimarkt-Auflage eine sehr erfolgreiche.
Zwar verpasste er anders als seine Schwester ganz knapp die Qualifikation zum Finale des deutschen U25-Springpokals, gewann dafür aber mit seiner vierbeinigen Nachwuchshoffnung Fresno alle drei Jungpferdeprüfungen – inklusive des Youngster-Finales am Dienstag.
„Er hat ja nochmal die Chance“, sagt Britt Roth in Sachen U25-Springpokal. Für sie ist es altersbedingt die letzte – aber was für eine. Normalerweise findet das Finale im Rahmenprogramm des CHIO in Aachen statt, das ist schon eine gewaltige Kulisse. Aachen, die legendäre Soers, wird es auch diesmal sein. Aber im Spätsommer reitet die junge Südpfälzerin sogar im Stadion, das dann die Weltmeisterschaften beherbergt. „In meinem letzten U25-Jahr dieses Chance zu bekommen und das noch bei der WM, ist ein Traum“, sinniert sie laut.
Zwei Siege für sie, drei für ihn
Drei Springen innerhalb der Qualifikation bestritt sie mit ihrem erst neunjährigen Wallach Jeffrey in Mannheim, zwei davon gewann sie. „Besser hätte es nicht laufen können. Ich bin dankbar, auch meinen Eltern, dass ich ein solches Pferd reiten kann“, schwärmt sie. Als Jährling kam der Holsteiner in den Stall der Familie in Freimersheim. „Ich habe ihn selbst angeritten. Ich freue mich über jede Runde mit ihm“, sagt Britt Roth, die wie ihr Bruder für den RFV Zeiskam startet.
Mikka (21) setzte dem Mannheimer Turnier am Dienstag sozusagen die Familienkrone auf: Mit dem achtjährigen Fresno, der ihm selbst gehört und der „immer für mich kämpft“, gewann er auch das Finale der Jungpferdetour. Und wer war als allererstes am Handy, um zu gratulieren, aber auch konstruktiv-kritisch den vorletzten Sprung im Stechen zu analysieren? Schwester Britt. „Sie hat mit mir geschimpft“, verriet Mikka lachend. „Das ist halt Teamwork“, sagte Mutter Barbara und grinste sich eins.