Handball
Kreisläufer Kalafut nervt: Eulen Ludwigshafen verlieren Heimspiel
Da half am Samstagabend alles Anfeuern der angereisten Fußballfans nichts. Die Kicker des SV Olympia Rheinzabern, unlängst Kreispokalsieger geworden, und die Kollegen des FC Insheim machten wie gegen Coburg mächtig Betrieb. Sie hissten ihr Eulen-Banner, animierten bereits in der 13. Minute lautstark die Kulisse der 1621 Zuschauer in der Friedrich-Ebert-Halle mit „Steht auf, wenn ihr Eulen seid“, präsentierten ihren Pokal und trugen nach der Pause bei einer Polonaise sogar das Eulen-Maskottchen rund ums Spielfeld.
Zähes Ringen
Am Samstagabend konnte die Mannschaft von Trainer Michel Abt daraus kein Kapital schlagen, weil die Eulen zwar nicht schlecht spielten, sich insgesamt aber zu viele Fehlwürfe und Abspielfehler leisteten. Es war ein zähes Ringen der Ludwigshafener gegen den Tabellenfünften HSG Nordhorn-Lingen. Für beide Mannschaften ging es um nicht mehr viel. Aber die Eulen wollten ihre gute Serie von fünf Siegen und zwei Unentschieden in den letzten sieben Heimspielen verteidigen. Und die Niedersachsen von der deutsch-holländischen Grenze wollen bis Saisonende noch ein bisschen näher an die Tabellenspitze mit Meister Balingen, Eisenach und Dessau heranrücken.
7:4 geführt
Die Eulen mussten auf den kranken Torwart Mats Grupe und die verletzten Jannek Klein und Maximilian Haider verzichten. Die Ludwigshafener kamen besser ins Spiel, führten durch Treffer von Kreisläufer Kasper Manfeldt Hansen mit 7:4 (11.). Weil aber Torwart Ziga Urbic und später Matej Asanin keinen guten Tag erwischt hatten, kamen die Gäste bis zum 14:14-Pausenstand wieder heran.
Bereits in der 22. Minute ließ Eulen-Trainer Michel Abt seinen Angriff erstmals in der Sieben-gegen-sechs-Variante agieren, weil sich seine Spieler gegen die robuste Deckung der Nordhorner sehr schwer taten. Gästespieler Nebojsa Simovic sah in der 23. Minute die Rote Karte, nachdem er bei einer Abwehraktion den Eulen-Halbrechten Stefan Salger im Gesicht getroffen hatten.
Zweite Rote Karte
In der Kabine hatte Gästecoach Daniel Kubes sein Team augenscheinlich gut auf das Sieben gegen Sechs eingestellt. Die Nordhorner drückten jetzt in jedem Angriff mit der schnellen Mitte auf die Tube. Dabei fanden sie besonders häufig ihren Mann mit der Nummer 95, Dominik Kalafut. Da passte das Rückzugsverhalten der Eulen nicht: Der starke Kreisläufer traf siebenmal nach der Pause, achtmal insgesamt. Unnötig war sein hartes Einsteigen beim Stand von 29:31 in der 60. Minute gegen Eulen-Regisseur Pascal Bührer, für das auch er Rot sah.
„Ich denke schon, dass die Niederlage vermeidbar war“, sagte Eulen-Rückraumspieler Sebastian Trost nach dem Spiel. Er hatte fünf Treffer auf dem Konto, scheiterte aber in der Schlussphase auch mehrfach an Gästekeeper Ravensbergen. „Wir haben heute alles reingehauen, versucht, die Halle mitzunehmen. Die Stimmung war da, aber am Ende haben wir doch den einen oder anderen Fehler zu viel gemacht. Ärgerlich war, dass wir deren Kreisläufer nicht in den Griff bekommen haben. Ich denke, dass wir heute vieles gut gemacht haben. Es gibt keinen Grund, den Kopf hängenzulassen.“
Summe von Kleinigkeiten
„Es war schon ein schwieriges, aber trotz der Niederlage kein schlechtes Spiel“, urteilte Linksaußen Tim Schaller. „Es war zum letzten Spiel in Düsseldorf eine deutliche Leistungssteigerung. Am Ende war es die Summe von Kleinigkeiten, die uns um den Punktgewinn oder gar den Sieg gebracht hat. Mir wäre es lieber, ich hätte heute weniger Tore gemacht – und wir hätten gewonnen“, sagte der siebenmal erfolgreiche Schaller.